The China Mail - "Recht auf selbstbestimmtes Sterben": Bundestag debattiert Regelung zur Sterbehilfe

USD -
AED 3.672499
AFN 65.501709
ALL 80.632788
AMD 366.069842
AOA 917.999556
ARS 1491.014301
AUD 1.414237
AWG 1.8025
AZN 1.699946
BAM 1.695366
BBD 2.013843
BDT 123.135735
BHD 0.377079
BIF 2989.238084
BMD 1
BND 1.279359
BOB 11.793465
BRL 5.155405
BSD 0.9999
BTN 95.268311
BWP 13.46018
BYN 2.986239
BYR 19600
BZD 2.011
CAD 1.392549
CDF 2275.000086
CHF 0.81125
CLF 0.023183
CLP 912.402442
CNY 6.745299
CNH 6.745605
COP 3138.53
CRC 454.22433
CUC 1
CUP 26.5
CVE 95.582977
CZK 21.00685
DJF 178.059214
DKK 6.475085
DOP 58.38119
DZD 132.896737
EGP 50.2411
ERN 15
ETB 161.73855
EUR 0.86616
FJD 2.210972
FKP 0.740048
GBP 0.739335
GEL 2.615007
GGP 0.740048
GHS 11.448459
GIP 0.740048
GMD 73.503214
GNF 8783.769141
GTQ 7.628996
GYD 209.231063
HKD 7.84699
HNL 26.800737
HRK 6.526968
HTG 130.787734
HUF 315.344503
IDR 17842
ILS 2.98937
IMP 0.740048
INR 95.361009
IQD 1309.871059
IRR 1374699.999934
ISK 122.809734
JEP 0.740048
JMD 158.295084
JOD 0.708997
JPY 159.085496
KES 129.306766
KGS 87.449907
KHR 4048.976054
KMF 427.000163
KRW 1417.309868
KWD 0.30904
KYD 0.833286
KZT 465.567234
LAK 22560.581828
LBP 89540.874043
LKR 334.236292
LRD 181.483263
LSL 16.156117
LTL 2.95274
LVL 0.60489
LYD 6.3774
MAD 9.287668
MDL 17.333189
MGA 4303.032667
MKD 53.336685
MMK 2099.936813
MNT 3596.665371
MOP 8.081969
MRU 39.96602
MUR 47.070187
MVR 15.449926
MWK 1733.869045
MXN 17.061365
MYR 4.085601
MZN 63.406428
NAD 16.156117
NGN 1362.270281
NIO 36.797691
NOK 9.472302
NPR 152.426482
NZD 1.704195
OMR 0.384505
PAB 0.999909
PEN 3.37932
PGK 4.422658
PHP 61.230997
PKR 277.744308
PLN 3.72803
PYG 5966.513668
QAR 3.645442
RON 4.538903
RSD 101.626982
RUB 82.848568
RWF 1472.835627
SAR 3.750356
SBD 8.065041
SCR 13.722908
SDG 600.497632
SEK 9.524695
SGD 1.27902
SLE 24.521876
SOS 571.416188
SRD 37.946038
STD 20697.981008
STN 21.237588
SVC 8.749095
SZL 16.140427
THB 33.060401
TJS 9.249093
TMT 3.51
TND 2.935988
TRY 47.757803
TTD 6.781351
TWD 32.220899
TZS 2645.002998
UAH 44.67795
UGX 3709.209745
UYU 40.247745
UZS 11956.432228
VES 760.265197
VND 26054.5
VUV 118.442804
WST 2.72999
XAF 568.605049
XAG 0.015128
XAU 0.000227
XCD 2.70255
XCG 1.802074
XDR 0.706905
XOF 568.614907
XPF 103.380273
YER 237.203608
ZAR 16.13441
ZMK 9001.200483
ZMW 18.8184
ZWL 321.999592
  • SDAX

    -10.2300

    18560.91

    -0.06%

  • TecDAX

    8.4800

    4098.66

    +0.21%

  • MDAX

    245.2500

    32470.14

    +0.76%

  • Goldpreis

    46.6000

    4487.7

    +1.04%

  • DAX

    66.1100

    26457.53

    +0.25%

  • Euro STOXX 50

    4.0600

    6555.28

    +0.06%

  • EUR/USD

    0.0009

    1.1555

    +0.08%

"Recht auf selbstbestimmtes Sterben": Bundestag debattiert Regelung zur Sterbehilfe
"Recht auf selbstbestimmtes Sterben": Bundestag debattiert Regelung zur Sterbehilfe / Foto: © AFP/Archiv

"Recht auf selbstbestimmtes Sterben": Bundestag debattiert Regelung zur Sterbehilfe

Der Bundestag hat einen neuen Anlauf zur gesetzlichen Regelung der Sterbehilfe genommen. Die Abgeordneten debattierten am Freitag in erster Lesung mehrere Anträge, die dem assistierten Suizid einen rechtlichen Rahmen geben sollten. Nötig ist die Neufassung, weil das Bundesverfassungsgericht vor zwei Jahren die damalige Regelung gekippt hat. Das neue Gesetz soll sicherstellen, dass das von Karlsruhe formulierte Grundrecht auf selbstbestimmtes Sterben gewahrt bleibt.

Textgröße:

Die von drei Abgeordnetengruppen fraktionsübergreifend ausgearbeiteten Anträge weisen inhaltliche Überschneidungen auf. Sie unterscheiden sich aber in der Frage, wie hoch die Hürden sind, die Sterbewillige für den Zugang zu Sterbehilfe überwinden müssen. Unterschiedliche Vorstellungen gibt es auch in der Frage, ob gewerbsmäßige Sterbehilfe grundsätzlich strafbar bleiben soll. Eine Entscheidung des Bundestags wird für Herbst erwartet.

Bei der Neuregelung müsse es darum gehen, das Recht auf selbstbestimmtes Sterben mit einem "Schutzkonzept" zu flankieren, sagte die SPD-Gesundheitsexpertin Heike Baehrens. "Suizid muss die seltene Ausnahme bleiben", sagte sie. "Er ist keine Alternative bei sozialen Nöten, Existenzsorgen oder Einsamkeit." Allerdings müsse es Sterbewilligen "in der letzten Phase der Krankheit" möglich sein, Zugang zu Sterbehilfe zu bekommen.

Baehrens unterstützt einen Antrag, der von rund 85 weiteren Abgeordneten mitgetragen wird. Dem Entwurf zufolge soll die "geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung" grundsätzlich strafbar sein. Nicht rechtswidrig soll demnach die geschäftsmäßige Suizidbeihilfe dann sein, wenn der suizidwillige Mensch "volljährig und einsichtsfähig" ist, sich mindestens zweimal von einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie hat untersuchen lassen und mindestens ein ergebnisoffenes Beratungsgespräch absolviert hat.

Eine liberalere Regelung strebt eine Gruppe um die Grünen-Politikerinnen Renate Künast und Katja Keul an. Demnach sollen Ärzte ein Medikament für den Suizid verschreiben können, wenn sich Sterbewillige in einer medizinischen Notlage befinden, die mit schweren Leiden, insbesondere starken Schmerzen, verbunden ist. Es muss dem Entwurf zufolge aber aus ärztlicher Sicht feststehen, "dass es sich um einen absehbar nicht mehr veränderlichen Sterbewunsch handelt".

In der Debatte um die Neuregelung gehe es um die Frage, "wie wollen wir in diesem Land das Grundrecht auf selbstbestimmtes Sterben schützen", sagte der Grünen-Abgeordnete Lukas Benner im Bundestag. "Das Strafrecht ist der gänzlich falsche Ort, diese Autonomie zu gewährleisten." Der Antrag dieser Gruppe wird bislang von rund 45 Abgeordneten unterstützt.

Ein weiterer Gesetzesantrag legt die Betonung auf eine Regelung, die das vom Verfassungsgericht formulierte Recht auf einen selbstbestimmten Tod legislativ absichert. Der Antrag sieht eine Regelung außerhalb des Strafrechtes vor und soll klarstellen, "dass die Hilfe zur Selbsttötung straffrei möglich ist". Er wird von rund 70 Abgeordneten unterstützt.

Konkret ist der Aufbau eines Netzes von staatlich anerkannten Beratungsstellen geplant, die Sterbewillige ergebnisoffen aufklären. Ärztinnen und Ärzten soll es frühestens zehn Tage nach einer solchen Beratung erlaubt sein, Medikamente zur Selbsttötung zu verschreiben

"Es ist doch geradezu widersinnig und unmenschlich, dass wir Menschen in unserem Land, die ihr Leben selbstbestimmt beenden möchten, keinen Zugang zu den geeignetsten Medikamenten zur Selbsttötung ermöglichen", sagte die FDP-Abgeordnete Katrin Helling-Plahr in der Debatte. Strafen für Sterbehilfe seien abzulehnen: "Es wird sich sonst kaum jemand mehr trauen zu helfen."

Eine grundsätzliche Ablehnung jeder Form von Sterbehilfe formulierte in der Debatte die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch. "Es geht um die Fundamente unseres christlich-abendländischen Menschenbilds", sagte sie. "Jeder Suizid ist eine menschliche und soziale Katastrophe."

Der Bundestag will in dieser Frage ohne Fraktionszwang entscheiden. Das Bundesverfassungsgericht hatte Anfang 2020 das bis dahin geltende Verbot der Sterbehilfe gekippt. Seit dem Urteil ist die Sterbehilfe wieder straffrei und ohne jede staatliche Regelung möglich.

S.Wilson--ThChM