The China Mail - Rücktritt des Premiers löst dramatische Krise in Frankreich aus

USD -
AED 3.672503
AFN 65.000375
ALL 80.94498
AMD 367.009835
AOA 916.999964
ARS 1496.2735
AUD 1.421131
AWG 1.8025
AZN 1.70327
BAM 1.698082
BBD 2.013388
BDT 123.748665
BHD 0.37698
BIF 2987.376061
BMD 1
BND 1.282721
BOB 12.140997
BRL 5.119795
BSD 0.999661
BTN 95.402354
BWP 13.59386
BYN 2.946335
BYR 19600
BZD 2.010558
CAD 1.406045
CDF 2262.000186
CHF 0.809302
CLF 0.023224
CLP 917.020021
CNY 6.752599
CNH 6.747175
COP 3215.04
CRC 453.294437
CUC 1
CUP 26.5
CVE 95.73526
CZK 20.987404
DJF 178.010653
DKK 6.48799
DOP 58.301571
DZD 132.960962
EGP 50.182197
ERN 15
ETB 161.351659
EUR 0.86793
FJD 2.21245
FKP 0.744372
GBP 0.74365
GEL 2.610196
GGP 0.744372
GHS 11.711235
GIP 0.744372
GMD 73.99984
GNF 8779.530635
GTQ 7.624786
GYD 209.283851
HKD 7.843295
HNL 26.795397
HRK 6.538996
HTG 130.702044
HUF 313.945983
IDR 17952
ILS 3.01182
IMP 0.744372
INR 95.114804
IQD 1309.54965
IRR 1375249.999814
ISK 123.07979
JEP 0.744372
JMD 158.061071
JOD 0.708943
JPY 157.543502
KES 129.260178
KGS 87.44973
KHR 4046.779767
KMF 427.999662
KRW 1426.29503
KWD 0.30944
KYD 0.833048
KZT 470.925816
LAK 22610.41701
LBP 89506.315378
LKR 335.639928
LRD 180.440096
LSL 16.480026
LTL 2.95274
LVL 0.60489
LYD 6.368459
MAD 9.314446
MDL 17.498774
MGA 4256.926296
MKD 53.422124
MMK 2099.666537
MNT 3584.299321
MOP 8.076177
MRU 39.965444
MUR 47.039873
MVR 15.450154
MWK 1733.396424
MXN 17.255595
MYR 4.097098
MZN 63.893572
NAD 16.480098
NGN 1363.219748
NIO 36.786858
NOK 9.54495
NPR 152.645928
NZD 1.699505
OMR 0.384502
PAB 0.999679
PEN 3.382273
PGK 4.414076
PHP 60.938502
PKR 277.582764
PLN 3.730602
PYG 5960.417273
QAR 3.644146
RON 4.557098
RSD 101.860141
RUB 80.821108
RWF 1471.963327
SAR 3.745929
SBD 8.071156
SCR 13.394558
SDG 599.999649
SEK 9.540525
SGD 1.28208
SLE 24.449833
SOS 571.294616
SRD 37.890975
STD 20697.981008
STN 21.271239
SVC 8.747406
SZL 16.477105
THB 33.264975
TJS 9.226809
TMT 3.5
TND 2.936697
TRY 47.547499
TTD 6.786945
TWD 32.401234
TZS 2654.998017
UAH 44.700157
UGX 3743.738008
UYU 40.277314
UZS 11936.410915
VES 747.851406
VND 26263.5
VUV 119.143808
WST 2.732216
XAF 569.520824
XAG 0.016784
XAU 0.000245
XCD 2.70255
XCG 1.801662
XDR 0.709108
XOF 569.520824
XPF 103.544979
YER 238.391655
ZAR 16.391025
ZMK 9001.199624
ZMW 18.915752
ZWL 321.999592
  • MDAX

    48.7000

    32559.91

    +0.15%

  • DAX

    201.0400

    26202.35

    +0.77%

  • TecDAX

    29.9300

    3981.98

    +0.75%

  • Goldpreis

    53.7000

    4144.2

    +1.3%

  • Euro STOXX 50

    60.2000

    6486.7

    +0.93%

  • SDAX

    114.9600

    18639.43

    +0.62%

  • EUR/USD

    0.0007

    1.1521

    +0.06%

Rücktritt des Premiers löst dramatische Krise in Frankreich aus

Rücktritt des Premiers löst dramatische Krise in Frankreich aus

Es ist die schlimmste politische Krise Frankreichs seit Jahrzehnten: Nach nicht einmal vier Wochen im Amt ist Premierminister Sébastien Lecornu am Montag zurückgetreten - seine erst am Vorabend ernannte neue Regierung schaffte es nicht einmal bis zur Amtsübergabe. Er war der dritte Regierungschef in Paris binnen eines Jahres, der an der Spaltung zwischen den Blöcken links und rechts der Mitte im Parlament scheiterte. Die Opposition forderte umgehend Neuwahlen und sogar den Rücktritt von Präsident Emmanuel Macron. Die Krise und Unsicherheit machte sich auch an der Börse mit einem dicken Minus in Paris bemerkbar.

Textgröße:

Lecornu begründete seinen überraschenden Rücktritt nur 14 Stunden nach der Vorstellung seiner neuen Regierungsmannschaft mit den persönlichen Ambitionen mehrere Politiker des Regierungslagers. Ein Kompromiss im Haushaltsstreit wäre greifbar gewesen, "wenn manche darauf verzichtet hätten, ihre eigenen Interessen zu verfolgen", betonte er. Die Regierungsbildung habe "bei manchen Appetit mit Blick auf die Präsidentschaftswahl ausgelöst", sagte Lecornu.

Auslöser von Lecornus Rücktritts war nach übereinstimmenden Einschätzungen die Ankündigung des konservativen Innenministers Bruno Retailleau, die Regierung zu verlassen. Retailleau, der eine Präsidentschaftskandidatur anstrebt, begründete dies damit, dass die neue Regierung nicht Lecornus Versprechen eines "Neubeginns" einlöse. Er kritisierte insbesondere die Ernennung des langjährigen Wirtschafts- und Finanzministers Bruno Le Maire zum Verteidigungsminister. Von den 18 neu ernannten Ministern sind zwölf aus der vorherigen Regierung - sie sind vorerst nun geschäftsführend im Amt.

Sowohl die linkspopulistische als auch die rechtspopulistische Opposition rief zum Rücktritt des Präsidenten auf. "Wir fordern die sofortige Debatte über unseren Antrag auf die Absetzung von Macron", erklärte der linkspopulistische Parteichef Jean-Luc Mélenchon. Das Präsidium der Nationalversammlung will am Mittwoch beraten, ob der - seit längerem eingereichte Antrag - debattiert wird. "Der Countdown läuft. Macron muss gehen", betonte die Fraktionschefin der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI), Mathilde Panot.

Die Rechtspopulisten forderten eine Entscheidung des Präsidenten: "Macron muss wählen: Auflösung des Parlaments oder Rücktritt", verlangte die Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen im Onlinedienst X. "Es kann keine Stabilität ohne Neuwahlen geben", betonte der RN-Parteichef Jordan Bardella.

Die Sozialisten gaben sich zunächst zurückhaltender. "Wir haben nie die Auflösung oder den Rücktritt des Präsidenten gefordert, (...) aber jetzt muss der Präsident sich die Frage stellen, wie er den Erwartungen der Französinnen und Franzosen entspricht", sagte der sozialistische Fraktionschef Boris Vallaud.

Rücktrittsrufe kamen auch aus den hinteren Reihen der konservativen Republikaner, die bislang zum Regierungslager zählen. "Es liegt im Interesse Frankreichs, dass Macron zurücktritt, um die Institutionen zu schützen", schrieb der Bürgermeister von Cannes, David Lisnard.

Die politische Krise sorgte auch an den Finanzmärkten für erhebliche Unsicherheit. An der Börse in Paris rutschte der Leitindex CAC40 am Vormittag zwei Prozent ab, vor allem Bankenaktion brachen ein. Auch der Euro verlor rund 0,6 Prozent gegenüber dem Dollar.

Die Bundesregierung zeigte sich dennoch gelassen. Die Handlungsfähigkeit in Europa werde durch die Regierungskrise in Frankreich nicht gefährdet, erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. Er warnte vor "Dramatisierungen". Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Macron seien "in ständigem Austausch über die aktuelle Lage".

Die neue Regierung in Paris ist nun geschäftsführend im Amt. Das bedeutet, dass sie die Tagesgeschäfte führen, aber keine neuen Gesetze auf den Weg bringen kann. Es ist derzeit offen, ob Macron einen neuen Premierminister ernennt oder möglicherweise doch Neuwahlen zum Parlament ausruft. Letzteres hatte er bislang ausgeschlossen. Zu den Neuzugängen im Kabinett zählen mehrere ehemalige Regierungsmitglieder. Ex-Industrieminister Roland Lescure wurde zum Wirtschafts- und Finanzminister ernannt.

Lecornu war der dritte Regierungschef innerhalb eines Jahres und der siebte seit Macrons Amtsübernahme 2007. Die nächsten Präsidentschaftswahlen stehen 2027 an, Macron kann nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Frankreich war durch die vorgezogenen Neuwahlen 2024 in die Krise geschlittert, bei denen das Regierungslager die relative Mehrheit verlor. Seitdem ist die Nationalversammlung in drei miteinander verfeindete Blöcke gespalten, die es nicht schaffen, sich auf einen Haushalt für das kommende Jahr zu einigen.

Angesichts der dramatischen Staatsverschuldung in Höhe von etwa 115 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und einem Defizit von 5,8 Prozent ist Frankreich gezwungen, die öffentlichen Ausgaben im kommenden Jahr drastisch zu beschneiden.

D.Peng--ThChM