The China Mail - Rücktritt des Premiers verschärft politische Krise in Frankreich

USD -
AED 3.672499
AFN 64.999696
ALL 80.94498
AMD 365.603254
AOA 917.000233
ARS 1493.994302
AUD 1.422273
AWG 1.8025
AZN 1.699029
BAM 1.698082
BBD 2.013388
BDT 123.748665
BHD 0.37698
BIF 2987.376061
BMD 1
BND 1.282721
BOB 12.140997
BRL 5.0795
BSD 0.999661
BTN 95.402354
BWP 13.59386
BYN 2.946335
BYR 19600
BZD 2.010558
CAD 1.406055
CDF 2262.000164
CHF 0.809275
CLF 0.023363
CLP 922.540151
CNY 6.752597
CNH 6.750845
COP 3244.12
CRC 453.294437
CUC 1
CUP 26.5
CVE 95.73526
CZK 21.016397
DJF 178.010653
DKK 6.492115
DOP 58.301571
DZD 132.982068
EGP 50.251201
ERN 15
ETB 161.351659
EUR 0.86848
FJD 2.21345
FKP 0.744372
GBP 0.743735
GEL 2.61019
GGP 0.744372
GHS 11.711235
GIP 0.744372
GMD 74.000156
GNF 8779.530635
GTQ 7.624786
GYD 209.283851
HKD 7.84355
HNL 26.795397
HRK 6.541498
HTG 130.702044
HUF 314.656976
IDR 17986
ILS 3.02665
IMP 0.744372
INR 95.236992
IQD 1309.54965
IRR 1375249.999716
ISK 123.330146
JEP 0.744372
JMD 158.061071
JOD 0.709013
JPY 157.4155
KES 129.380305
KGS 87.450127
KHR 4046.779767
KMF 427.999658
KRW 1427.144995
KWD 0.30942
KYD 0.833048
KZT 470.925816
LAK 22610.41701
LBP 89506.315378
LKR 335.639928
LRD 180.440096
LSL 16.480026
LTL 2.95274
LVL 0.60489
LYD 6.368459
MAD 9.314446
MDL 17.498774
MGA 4256.926296
MKD 53.422124
MMK 2099.666537
MNT 3584.299321
MOP 8.076177
MRU 39.965444
MUR 47.039834
MVR 15.450227
MWK 1733.396424
MXN 17.28764
MYR 4.092597
MZN 63.89767
NAD 16.480098
NGN 1363.460154
NIO 36.786858
NOK 9.546525
NPR 152.645928
NZD 1.699425
OMR 0.384502
PAB 0.999679
PEN 3.382273
PGK 4.414076
PHP 60.990081
PKR 277.582764
PLN 3.73989
PYG 5960.417273
QAR 3.644146
RON 4.560299
RSD 101.917007
RUB 81.000035
RWF 1471.963327
SAR 3.745929
SBD 8.071156
SCR 13.405298
SDG 599.999792
SEK 9.54645
SGD 1.28248
SLE 24.450349
SOS 571.294616
SRD 37.80594
STD 20697.981008
STN 21.271239
SVC 8.747406
SZL 16.477105
THB 33.332026
TJS 9.226809
TMT 3.5
TND 2.936697
TRY 47.556185
TTD 6.786945
TWD 32.402397
TZS 2652.449917
UAH 44.700157
UGX 3743.738008
UYU 40.277314
UZS 11936.410915
VES 747.851399
VND 26263.5
VUV 119.143808
WST 2.732216
XAF 569.520824
XAG 0.016891
XAU 0.000246
XCD 2.70255
XCG 1.801662
XDR 0.709108
XOF 569.520824
XPF 103.544979
YER 238.402819
ZAR 16.44035
ZMK 9001.217253
ZMW 18.915752
ZWL 321.999592
  • SDAX

    135.6600

    18660.13

    +0.73%

  • Goldpreis

    44.8000

    4135.3

    +1.08%

  • TecDAX

    34.3500

    3986.4

    +0.86%

  • DAX

    224.5900

    26225.9

    +0.86%

  • Euro STOXX 50

    62.6200

    6489.12

    +0.96%

  • MDAX

    51.4500

    32562.66

    +0.16%

  • EUR/USD

    0.0009

    1.1523

    +0.08%

Rücktritt des Premiers verschärft politische Krise in Frankreich
Rücktritt des Premiers verschärft politische Krise in Frankreich / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Rücktritt des Premiers verschärft politische Krise in Frankreich

Mit seinem überraschenden Rücktritt hat Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu die politische Krise in Frankreich dramatisch verschärft. Lecornu gab sein Amt nach nicht einmal vier Wochen am Montag auf. Seine erst am Vorabend ernannte Regierung schaffte es nicht einmal bis zur Amtsübergabe. Es ist das dritte Mal innerhalb eines Jahres, dass ein Regierungschef in Paris sein Amt verliert - auch die beiden Vorgänger Lecornus waren wegen des Haushaltsstreits gestürzt.

Textgröße:

Die Opposition forderte am Montag umgehend Neuwahlen und - bis ins Lager der Konservativen hinein - sogar den Rücktritt von Präsident Emmanuel Macron. Die Krise und Unsicherheit machte sich auch an der Börse mit einem dicken Minus in Paris bemerkbar. Angesichts der drei zerstrittenen Lager ohne eigene Mehrheit im Parlament ist völlig unklar, wie ein Kompromiss zum Haushalt zwischen den Linken, dem liberalen Lager von Macron und den Rechtspopulisten gefunden werden kann.

Lecornu begründete seinen überraschenden Rücktritt nur 14 Stunden nach der Vorstellung seiner neuen Regierungsmannschaft mit der mangelnden Kompromissbereitschaft und den persönlichen Ambitionen mehrerer Politiker des Regierungslagers. Ein Kompromiss im Haushaltsstreit wäre greifbar gewesen, "wenn manche darauf verzichtet hätten, ihre eigenen Interessen zu verfolgen", betonte er. Die Regierungsbildung habe "bei manchen Appetit mit Blick auf die Präsidentschaftswahl ausgelöst", sagte Lecornu.

Zudem hätten sich die Parteien bei den Verhandlungen so aufgeführt, "als hätten sie jeweils die absolute Mehrheit". Tatsächlich ist die Nationalversammlung seit den vorgezogenen Neuwahlen 2024 in die drei miteinander verfeindete Blöcke gespalten und daher weitgehend blockiert.

Auslöser von Lecornus Rücktritts war die Drohung von Innenminister Bruno Retailleau von den konservativen Republikanern, die Regierung zu verlassen. Retailleau, der eine Präsidentschaftskandidatur anstrebt, kritisierte insbesondere die Ernennung des langjährigen Wirtschafts- und Finanzministers Bruno Le Maire zum Verteidigungsminister, die der Premierminister ihm "verschwiegen" habe. Er sei aber "nicht verantwortlich" für Lecornus Rücktritt, sagte Retailleau am Montag.

Von den 18 neu ernannten Ministern sind zwölf aus der vorherigen Regierung - sie sind vorerst nun geschäftsführend im Amt. Das bedeutet, dass die Regierung die Tagesgeschäfte führen, aber keine neuen Gesetze auf den Weg bringen kann. Neuer Wirtschafts- und Finanzminister ist der frühere Industrieminister Roland Lescure. Zu den Ministern, die in ihrem Amt bleiben, zählen neben Retailleau auch Außenminister Jean-Noël Barrot und Justizminister Gérald Darmanin.

Sowohl die linkspopulistische als auch die rechtspopulistische Opposition rief zum Rücktritt des Präsidenten auf. "Wir fordern die sofortige Debatte über unseren Antrag auf die Absetzung von Macron", erklärte der Chef der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI), Jean-Luc Mélenchon. Das Präsidium der Nationalversammlung will am Mittwoch beraten, ob der - seit längerem eingereichte Antrag - debattiert wird. "Der Countdown läuft. Macron muss gehen", betonte LFI-Fraktionschefin Mathilde Panot.

Die Rechtspopulisten forderten eine Entscheidung des Präsidenten: "Auflösung des Parlaments oder Rücktritt", verlangte die Partei Rassemblement National (RN). Fraktionschefin Marine Le Pen nannte Neuwahlen "die einzige vernünftige Lösung". "Es kann keine Stabilität ohne Neuwahlen geben", pflichtete RN-Parteichef Jordan Bardella ihr bei.

Die Sozialisten gaben sich zunächst zurückhaltender. "Jetzt muss der Präsident sich die Frage stellen, wie er den Erwartungen der Französinnen und Franzosen entspricht", sagte der sozialistische Fraktionschef Boris Vallaud. PS-Parteichef Olivier Faure lobte Lecornus Rücktritt als Geste der "Ehre und Würde".

Rücktrittsrufe kamen auch aus den hinteren Reihen der konservativen Republikaner, die bislang zum Regierungslager zählen. "Es liegt im Interesse Frankreichs, dass Macron zurücktritt, um die Institutionen zu schützen", betonte der Bürgermeister von Cannes, David Lisnard.

Derzeit ist offen, ob Macron nun zum vierten Mal seit 2024 einen neuen Premierminister ernennt oder doch vorgezogene Parlamentswahlen ausruft. Letzteres hatte er bislang ausgeschlossen.

Lecornus Amtszeit ist mit 27 Tagen die kürzeste eines französischen Premierministers der jüngeren Zeit. Die nächsten Präsidentschaftswahlen stehen 2027 an, Macron kann nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Die politische Krise sorgte auch an den Finanzmärkten für erhebliche Unsicherheit. An der Börse in Paris rutschte der Leitindex CAC40 am Vormittag zwei Prozent ab, vor allem Bankenaktien brachen ein. Die Verabschiedung eines Haushalts, der das Defizit verringern kann, "scheint so gut wie unmöglich", kommentierte Jack Allen-Reynolds von Capital Economics.

Die Bundesregierung zeigte sich dennoch gelassen. Die Handlungsfähigkeit in Europa werde durch die Regierungskrise in Frankreich nicht gefährdet, erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. Er warnte vor "Dramatisierungen".

In Brüssel verfolgten EU-Politiker die Lage in Frankreich mit Spannung. "Ich hatte den Eindruck, eine Seifenoper zu sehen", sagte eine europäische Diplomatin, die anonym bleiben wollte. In Brüssel herrsche mit Blick auf Frankreich schon seit längerem Sorge - und das werde wohl auch weiter andauern.

Angesichts der Staatsverschuldung in Höhe von etwa 115 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und einem Defizit von 5,8 Prozent ist Frankreich gezwungen, die öffentlichen Ausgaben im kommenden Jahr drastisch zu beschneiden.

P.Ho--ThChM