The China Mail - Amnesty spricht von "ethnischer Säuberung" im Westjordanland - Israel weist Vorwurf zurück

USD -
AED 3.672503
AFN 62.497348
ALL 82.268889
AMD 368.439587
ANG 1.79046
AOA 917.999815
ARS 1433.2394
AUD 1.424512
AWG 1.8025
AZN 1.698579
BAM 1.693693
BBD 2.014921
BDT 122.796611
BGN 1.66992
BHD 0.377311
BIF 2990.171033
BMD 1
BND 1.288152
BOB 6.913185
BRL 5.1881
BSD 1.000403
BTN 95.308075
BWP 13.585625
BYN 2.753744
BYR 19600
BZD 2.012029
CAD 1.39304
CDF 2276.000149
CHF 0.798599
CLF 0.023243
CLP 914.699729
CNY 6.77275
CNH 6.778825
COP 3560.39
CRC 458.79862
CUC 1
CUP 26.5
CVE 95.489441
CZK 20.920803
DJF 177.719677
DKK 6.466845
DOP 58.367359
DZD 133.578001
EGP 51.819097
ERN 15
ETB 161.28556
EUR 0.865299
FJD 2.219803
FKP 0.74691
GBP 0.746615
GEL 2.650043
GGP 0.74691
GHS 11.654471
GIP 0.74691
GMD 73.000187
GNF 8763.91553
GTQ 7.62586
GYD 209.300714
HKD 7.836815
HNL 26.74553
HRK 6.523303
HTG 130.850267
HUF 308.177984
IDR 17845.5
ILS 2.96846
IMP 0.74691
INR 95.28235
IQD 1310.581032
IRR 1375174.99992
ISK 124.080264
JEP 0.74691
JMD 157.972903
JOD 0.70902
JPY 160.482495
KES 129.409415
KGS 87.449102
KHR 4025.979649
KMF 427.000261
KPW 899.855249
KRW 1519.519996
KWD 0.309301
KYD 0.833687
KZT 488.019052
LAK 22029.010608
LBP 89585.884391
LKR 333.14137
LRD 182.074042
LSL 16.574885
LTL 2.95274
LVL 0.60489
LYD 6.386553
MAD 9.263956
MDL 17.411561
MGA 4196.561175
MKD 53.349892
MMK 2098.917128
MNT 3576.283338
MOP 8.074908
MRU 40.001386
MUR 47.870098
MVR 15.460076
MWK 1734.747781
MXN 17.394599
MYR 4.069596
MZN 63.906901
NAD 16.574885
NGN 1360.840089
NIO 36.813004
NOK 9.44357
NPR 152.492747
NZD 1.71864
OMR 0.384506
PAB 1.00039
PEN 3.401414
PGK 4.446831
PHP 61.292498
PKR 278.390107
PLN 3.67775
PYG 6178.85334
QAR 3.647566
RON 4.531703
RSD 101.570351
RUB 72.248483
RWF 1467.590388
SAR 3.754433
SBD 8.045573
SCR 13.24125
SDG 600.497717
SEK 9.480595
SGD 1.286595
SHP 0.746601
SLE 24.650176
SLL 20969.502105
SOS 571.725482
SRD 37.361024
STD 20697.981008
STN 21.216989
SVC 8.753524
SYP 110.532098
SZL 16.570686
THB 32.915001
TJS 9.358614
TMT 3.51
TND 2.936345
TOP 2.40776
TRY 46.136797
TTD 6.790185
TWD 31.670968
TZS 2620.003063
UAH 45.079173
UGX 3766.232079
UYU 40.528077
UZS 12059.909849
VES 566.973195
VND 26320
VUV 119.492286
WST 2.744995
XAF 568.051093
XAG 0.015393
XAU 0.000243
XCD 2.70255
XCG 1.80298
XDR 0.706825
XOF 568.041255
XPF 103.277319
YER 238.649931
ZAR 16.533775
ZMK 9001.201654
ZMW 17.33189
ZWL 321.999592
  • TecDAX

    -26.2900

    3979.38

    -0.66%

  • Euro STOXX 50

    -39.7900

    6009.95

    -0.66%

  • SDAX

    -160.5300

    17864.36

    -0.9%

  • DAX

    -237.7500

    24195.31

    -0.98%

  • Goldpreis

    -165.5000

    4120.9

    -4.02%

  • MDAX

    -349.7500

    31292.79

    -1.12%

  • EUR/USD

    0.0010

    1.1551

    +0.09%

Amnesty spricht von "ethnischer Säuberung" im Westjordanland - Israel weist Vorwurf zurück
Amnesty spricht von "ethnischer Säuberung" im Westjordanland - Israel weist Vorwurf zurück / Foto: © AFP

Amnesty spricht von "ethnischer Säuberung" im Westjordanland - Israel weist Vorwurf zurück

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat das israelische Vorgehen im besetzten Westjordanland als eine "Kampagne ethnischer Säuberung" gebrandmarkt. Das dortige "brutale" Vorgehen mittels Zwangsvertreibungen, Landraub und Gewalt gegen palästinensische Beduinen- und Hirtengemeinschaften sei staatlich gelenkt, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Als Konsequenz fordert Amnesty die EU und insbesondere Deutschland zu einer Sanktionierung Israels auf. Israel wies den Bericht als "gegenstandslose Vorwürfe" zurück.

Textgröße:

Die Kampagne gegen die Palästinenser werde nicht von einzelnen radikalen Siedlern angeführt, heißt es in dem Bericht. "Die ethnische Säuberung im Westjordanland ist staatlich sanktioniert, wird staatlich umgesetzt, staatlich durchgesetzt", sagte Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard bei einer Pressekonferenz in Berlin. "Es ist ein staatliches Projekt."

Deutschland und andere Staaten aber könnten eine zentrale Rolle dabei einnehmen, "Israels Politik der ethnischen Säuberung und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit" zu beenden. Als eine konkrete Maßnahme nannte Callamard eine Aussetzung des Assoziierungsabkommens der EU mit Israel.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) wies Forderungen nach neuen Sanktionen gegen Israel indes zurück. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Bundesregierung der Auffassung, dass unsere Stimme in Israel gehört wird und dass andere Maßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt nicht geboten sind", sagte Wadephul bei einer Pressekonferenz mit seiner ungarischen Kollegin Anita Orban in Berlin. Deutschland habe gegenüber Israel deutlich gemacht, dass die "illegale Siedlungspolitik" im Westjordanland nicht fortgesetzt werden solle, sagte Wadephul weiter.

Das israelische Außenministerium wies die Anschuldigungen der Menschenrechtsorganisation in einer Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zurück. "Amnesty International ist schon seit langem eine realitätsferne politische Randorganisation geworden, deren anti-israelische Agenda jegliche Verpflichtung gegenüber Fakten, Objektivität oder der ernsthaften Verteidigung von Menschenrechten ausgeblendet hat", schrieb das Ministerium. "Der Bericht ist nichts mehr als ein weiterer Versuch, diese Agenda durch falsche und gegenstandslose Vorwürfe voranzubringen, die keinerlei Bezug zur Realität haben."

In dem Amnesty-Bericht heißt es, mit einer "brutalen, staatlichen Kampagne ethnischer Säuberung" wolle die israelische Regierung "ihre Pläne zur formellen Annexion des Westjordanlands" sowie die Expansion israelischer Siedlungen in dem Palästinensergebiet beschleunigen.

Der Report mit dem Titel "Alles Palästinensische auslöschen" konzentriert sich auf ländliche Gemeinschaften im Westjordanland, die besonders unter Gewalttaten israelischer Siedler und Zwangsvertreibung zu leiden haben. Laut Amnesty wurden im Zeitraum von Dezember 2022 bis Dezember 2025 insgesamt 27 Beduinen- und Hirtengemeinschaften mit jeweils hunderten Menschen vertrieben oder waren Gewalt ausgesetzt.

Die Menschenrechtsorganisation wirft der rechtsgerichteten Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor, sich der religiös-nationalistischen Agenda der Siedlerbewegung angepasst zu haben. Die Ziele der Siedlerbewegung seien in die staatliche Politik integriert worden, indem diese Politik den Landraub beschleunige, den rechtswidrigen Ausbau von Siedlungen vorantreibe und die finanzielle und logistische Unterstützung für illegale Siedlungen und Außenposten verstärke.

Im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland leben neben rund drei Millionen Palästinensern auch mehr als 500.000 Israelis in Siedlungen und Außenposten, die nach internationalem Recht illegal sind. Seit dem Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und im Zuge des dadurch ausgelösten Gaza-Kriegs hat die Gewalt auch im Westjordanland deutlich zugenommen.

Amnesty-Generalsekretärin Callamard warf der internationalen Gemeinschaft und insbesondere Deutschland vor, Israels "wiederholte und massive Verstöße gegen das Völkerrecht" befördert zu haben, indem sie tatenlos zugesehen hätten. Von der EU verhängte Sanktionen gegen gewalttätige israelische Siedler begrüßte Callamard zwar, nannte sie aber unzureichend.

Callamard und die Generalsekretärin der deutschen Amnesty-Sektion, Julia Duchrow, appellierten an die Bundesregierung, ihren Widerstand gegen eine Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens aufzugeben. Diese Maßnahme wäre ein "effektiver Hebel", da die Europäische Union der wichtigste Handelspartner Israels sei, sagte Duchrow.

Das seit dem Jahr 2000 bestehende EU-Israel-Assoziierungsabkommen begünstigt den Handel zwischen Israel und der EU. Mehrere EU-Mitgliedstaaten hatten im vergangenen Jahr eine Initiative dafür gestartet, das Abkommen wegen des israelischen Vorgehens im Gazastreifen zu suspendieren. Dies kann von den 27 EU-Mitgliedstaaten jedoch nur einstimmig beschlossen werden.

Bei einem EU-Außenministertreffen im April wurde bei dem Thema keine Einigkeit erreicht. Deutschland wie auch Italien wandten sich gegen eine Aussetzung des Abkommens. Bei dem kommenden EU-Außenministertreffen am 15. Juni könnte das Thema wieder auf die Tagesordnung kommen.

X.Gu--ThChM