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Angelina Köhler war nach ihrem Erfolg bei der Schwimm-Europameisterschaft in Paris ganz beseelt - feiern kann die Ex-Weltmeisterin aber noch nicht. "Also wenn es einem nach EM-Silber nicht toll geht, dann weiß ich auch nicht", sagte die 25-Jährige am Freitagabend freudestrahlend nach ihrem starken Rennen über 100 m Schmetterling: "Am liebsten würde ich mit einem Champagner anstoßen - aber das geht eigentlich erst am Sonntag."
Denn Köhler ist bei den Titelkämpfen in der französischen Hauptstadt am letzten Wettkampftag noch in der 4x100 m Lagenstaffel gefordert. Die Partyplanungen nach ihrem ersten EM-Edelmetall auf der Langbahn hielten sich deshalb in Grenzen. "Ich werde mir etwas Gutes zu essen holen und morgen einen schönen Tag mit meiner Familie verbringen", erklärte die Berlinerin. Abends werde sie dann "ein bisschen locker schwimmen und Sonntag wieder fit sein für die Staffel".
In Topform präsentierte sich Köhler im Einzel auf ihrer Paradestrecke, auf der sie sich 2024 überraschend zur Weltmeisterin gekrönt hatte. Seitdem schaffte sie es bei keinem Großereignis mehr aufs Podest - bis jetzt: In 56,39 Sekunden schwamm Köhler hinter der belgischen Titelverteidigerin Roos Vanotterdijk zu einer Medaille. Ausgerechnet in der Stadt, in der sie bei den Olympischen Spielen 2024 den bitteren vierten Platz hinter Zhang Yufei belegt hatte. Nach ihrer Doping-Kritik an der Chinesin hatte Köhler unter Beleidigungen und Bedrohungen durch Internet-Bots gelitten.
Nun freute sich Köhler über einen "absoluten Megahammer". Es war zugleich das erste Edelmetall einer deutschen Schwimmerin auf dieser Strecke seit 33 Jahren, 1993 hatte Franziska van Almsick in Sheffield ebenfalls Silber gewonnen.
P.Deng--ThChM