The China Mail - Klimaklage aus Peru gegen RWE abgewiesen - Gericht sieht Konzerne aber grundsätzlich in Verantwortung

USD -
AED 3.672502
AFN 64.000166
ALL 81.073366
AMD 360.397329
ANG 1.789785
AOA 917.000057
ARS 1544.981298
AUD 1.452644
AWG 1.8025
AZN 1.691746
BAM 1.74477
BBD 2.016316
BDT 124.68888
BGN 1.747831
BHD 0.37789
BIF 2991.721382
BMD 1
BND 1.278006
BOB 12.087853
BRL 5.504402
BSD 1.001115
BTN 94.527581
BWP 13.71503
BYN 2.986927
BYR 19600
BZD 2.013364
CAD 1.40451
CDF 2314.99984
CHF 0.816245
CLF 0.024847
CLP 977.920021
CNY 6.6885
CNH 6.666003
COP 3237.61
CRC 453.985869
CUC 1
CUP 24.025728
CVE 98.364385
CZK 21.746203
DJF 178.268433
DKK 6.674698
DOP 60.118113
DZD 136.244362
EGP 53.818603
ERN 15
ETB 164.305149
EUR 0.892943
FJD 2.260954
FKP 0.741654
GBP 0.744855
GEL 2.605031
GGP 0.741654
GHS 11.677491
GIP 0.741654
GMD 74.503879
GNF 8867.280715
GTQ 7.650415
GYD 209.748787
HKD 7.83605
HNL 26.906402
HRK 6.76901
HTG 131.200043
HUF 325.692501
IDR 18134.55
ILS 3.20945
IMP 0.741654
INR 94.14045
IQD 1517.627748
IRR 1891353.000007
ISK 122.180303
JEP 0.741654
JMD 158.783543
JOD 0.709002
JPY 157.816497
KES 129.920031
KGS 87.449297
KHR 4073.330657
KMF 441.000181
KPW 899.999961
KRW 1360.279472
KWD 0.31056
KYD 0.834281
KZT 450.121101
LAK 22530.587485
LBP 89904.785701
LKR 332.811462
LRD 170.183726
LSL 16.405012
LTL 2.95274
LVL 0.60489
LYD 6.40885
MAD 9.755923
MDL 17.898225
MGA 4538.9666
MKD 54.963011
MMK 2099.952938
MNT 3601.972253
MOP 8.089227
MRU 40.443905
MUR 47.029725
MVR 15.455014
MWK 1735.92278
MXN 18.765411
MYR 4.0595
MZN 63.910411
NAD 16.405597
NGN 1344.379834
NIO 36.842927
NOK 9.33205
NPR 151.247145
NZD 1.798285
OMR 0.384499
PAB 1.001106
PEN 3.448236
PGK 4.560377
PHP 63.052993
PKR 276.874822
PLN 3.933704
PYG 6167.982515
QAR 3.659282
RON 4.76498
RSD 105.058002
RUB 81.503675
RWF 1474.62889
SAR 3.753652
SBD 8.051718
SCR 13.86862
SDG 601.49797
SEK 9.83844
SGD 1.28037
SHP 0.745545
SLE 22.909653
SLL 20969.504398
SOS 572.098915
SRD 37.556971
STD 20697.981008
STN 21.856266
SVC 8.759417
SYP 13001.999685
SZL 16.399336
THB 33.521961
TJS 9.234989
TMT 3.51
TND 2.983002
TOP 2.40776
TRY 50.15726
TTD 6.779873
TWD 32.8975
TZS 2649.229712
UAH 45.474772
UGX 4049.207822
UYU 40.322761
UZS 11946.010562
VES 893.768963
VND 25607.5
VUV 119.513361
WST 2.778515
XAF 585.731903
XAG 0.01943
XAU 0.000247066701
XCD 2.70255
XCG 1.804168
XDR 0.707052
XOF 585.731903
XPF 106.390951
YER 236.175019
ZAR 16.52594
ZMK 9001.202866
ZMW 20.296888
ZWL 321.999592
SSP 5745.196153
MXV 2.111183
  • DAX

    -34.1800

    25374.42

    -0.13%

  • SDAX

    124.0200

    18248.52

    +0.68%

  • Euro STOXX 50

    -1.5400

    6301.28

    -0.02%

  • TecDAX

    -6.3300

    3969.15

    -0.16%

  • Goldpreis

    3.7000

    4172.1

    +0.09%

  • MDAX

    -135.7100

    30895.59

    -0.44%

  • EUR/USD

    -0.0007

    1.1366

    -0.06%

Klimaklage aus Peru gegen RWE abgewiesen - Gericht sieht Konzerne aber grundsätzlich in Verantwortung
Klimaklage aus Peru gegen RWE abgewiesen - Gericht sieht Konzerne aber grundsätzlich in Verantwortung / Foto: © AFP/Archiv

Klimaklage aus Peru gegen RWE abgewiesen - Gericht sieht Konzerne aber grundsätzlich in Verantwortung

Das Oberlandesgericht in Hamm hat im Verfahren um mögliche Klimaschäden in Peru die grundsätzliche Verantwortung großer Energiekonzerne festgestellt - die konkrete Klage eines peruanischen Bauerns gegen das Unternehmen RWE aber abgelehnt. Eine Entschädigung durch RWE für den Peruaner wegen der Bedrohung seines Hauses im Zuge der Klimaerwärmung lehnte das Gericht am Mittwoch ab. Klimaschutzaktivisten halten die Entscheidung dennoch für einen "Meilenstein", weil sie anderen Klimaklagen den Weg bereiten könnte.

Textgröße:

Der Kleinbauer Saúl Luciano Lliuya hatte von RWE gefordert, sich an Kosten für Schutzmaßnahmen gegen eine mögliche Überflutung seines Hauses zu beteiligen. In seiner Heimatstadt Huaraz wird befürchtet, dass der Andensee Palcacocha wegen einer Gletscherschmelze überlaufen und eine Flutwelle auslösen könnte. RWE als einer der größten Treibhausgasemittenten sei dafür mitverantwortlich, argumentiert Lliuya.

Das OLG folgte dieser Argumentation in den meisten Punkten und wies Einwände von RWE dagegen zurück. Falls aufgrund von CO2-Emissionen eine Beeinträchtigung drohe, könne der Verursacher "verpflichtet sein, Maßnahmen zur Verhinderung zu ergreifen", sagte der Vorsitzende Richter Rolf Meyer. Verweigere er dies, könne "bereits vor dem Entstehen tatsächlicher Kosten festgestellt werden, dass er für diese entsprechend seinem Emissionsanteil aufkommen müsse".

Die Folgen der Verbrennung fossiler Brennstoffe für das Klima der Erde seien bereits seit Jahrzehnten hinlänglich bekannt. Ein Zusammenhang zwischen der Bedrohung von Lliuyas Haus wegen einer Gletscherschmelze und dem Betrieb von Kohlekraftwerken in Deutschland sei daher nicht von der Hand zu weisen, sagte Meyer.

Zugleich sei "die große Entfernung zwischen den Kraftwerken der Beklagten und dem Wohnort des Klägers in Peru kein ausreichender Grund, die Klage als unbegründet einzustufen". Und auch aus dem Interesse der deutschen Bevölkerung an der Produktion von Strom durch Kohleverbrennung könne nicht abgeleitet werden, dass ein "Bürger in Peru, der (von dieser Energie) nichts hat, eine Beeinträchtigung seines Eigentums hinzunehmen hat", führte Meyer aus.

Den Einwand von RWE, dass dem Konzern durch Klimaklagen in Deutschland ein Wettbewerbsnachteil entstehe, wies der Richter zurück. "Es gibt auch ähnliche Verfahren im EU-Ausland", sagte er. Zudem falle auf, dass solche Verfahren überall dort geführt werden, "wo unabhängige Rechtsprechung noch funktioniert". Es zeige sich hier vor allem, dass Deutschland eine funktionierende und unabhängige Justiz habe - und das sei vielmehr ein Standortvorteil für Unternehmen.

Insgesamt sei Lliuyas Klage schlüssig und zulässig und müsse im Detail geprüft werden, was auch geschehen sei, sagte Meyer weiter. Der Peruaner hatte seine Klage schon 2015 vor dem Landgericht Essen eingereicht, das sie aber ablehnte. In Berufung ordnete das Oberlandesgericht Hamm 2017 eine Beweisaufnahme an. 2022 besuchte schließlich eine Delegation den Heimatort des Peruaners.

Die Anhörung der vom Gericht bestellten Experten habe ergeben, dass keine konkrete Gefahr für Lliuyas Grundstück bestehe, führte der Richter aus. Deshalb wies er die Berufung ab.

Lliuyas Anwältin Roda Verheyen und die Organisation Germanwatch, die den Peruaner unterstützt hatte, werteten die Entscheidung des Oberlandesgerichts dennoch als Erfolg. Das Gericht habe zwar das Flutrisiko für ihren Mandanten als nicht ausreichend hoch bewertet. "Aber eins ist klar: Das Urteil von heute ist ein Meilenstein und wird Klimaklagen gegen fossile Unternehmen und damit der Abkehr von fossilen Brennstoffen weltweit Rückenwind geben", betonte die Anwältin.

"Erstmals in der Geschichte urteilt ein hohes Gericht in Europa: Große Emittenten können für die Folgen ihrer Treibhausgasemissionen zur Verantwortung gezogen werden", erklärte sie laut Germanwatch.

RWE bezweifelt dies. Die Aktivisten seien mit ihrem Versuch "gescheitert, über die Klage von Herrn Saúl Luciano Lliuya einen Präzedenzfall zu schaffen, um nach deutschem Recht einzelne Unternehmen für Auswirkungen des Klimawandels weltweit verantwortlich zu machen", erklärte ein Sprecher. Eine zivilrechtliche "Klimahaftung" hätte unabsehbare Folgen für den deutschen Industriestandort.

O.Tse--ThChM