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Für Wohnungssuchende wird es teurer: Die Angebotsmieten in deutschen Städten sind zuletzt wieder stärker gestiegen. Wie das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Donnerstag mitteilte, legten sie im dritten Quartal im bundesweiten Schnitt um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Verglichen mit dem dritten Quartal 2025 betrug der Anstieg 3,7 Prozent. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) drang in der Koalition mit der Union auf Fortschritte beim Mieterschutz.
Die Mieten steigen schneller als die Inflation: Bereinigt um die Teuerungsrate der Verbraucherpreise ergibt sich laut IfW für das dritte Quartal ein Plus von 0,3 Prozent zum Vorquartal und von 0,7 Prozent zum Vorjahresquartal.
Die IfW-Forscherinnen und -Forscher ermitteln regelmäßig den Mietpreisindex Greix auf Basis der Angebotsmieten in 37 Städten und Regionen, darunter die 30 bevölkerungsreichsten Städte. Greix-Projektleiter Jonas Zdrzalek erklärte mit Blick auf den jüngsten Anstieg von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, dass die Mietpreisdynamik wieder "leicht" zunehme, "nachdem sich die Jahresrate zwei Quartale lang um die Marke von drei Prozent bewegt hat".
Getragen wird der Anstieg demnach vor allem vom Bestand: "Die Mieten für Bestandswohnungen steigen derzeit deutlich stärker als die für Neubauten", erklärte Zdrzalek.
Teils große Unterschiede gab es in den acht größten Städten. Verglichen mit dem Vorquartal legten die Angebotsmieten in Berlin (plus 2,1 Prozent), Düsseldorf (plus 2,0 Prozent), München (plus 1,4 Prozent) und Hamburg (plus 1,3 Prozent) stärker als der bundesweite Greix-Schnitt von 1,2 Prozent zu. Frankfurt am Main und Stuttgart lagen mit jeweils plus 1,1 Prozent knapp darunter. In Leipzig stiegen die Angebotsmieten hingegen nur leicht um 0,3 Prozent, in Köln blieben sie unverändert.
Die Entwicklung der Mietpreise ist insbesondere in Ballungsgebieten mit einem Mangel an Wohnraum für viele Menschen ein Problem und sorgt deshalb auch immer wieder für politische Debatten. Zum Thema "Bezahlbares Wohnen sichern" fand am Donnerstag ein Wohngipfel des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und des Deutschen Mieterbunds (DMB) in Berlin statt, an dem auch Bundesjustizministerin Hubig teilnahm.
Wie wichtig das Thema sei, zeige auch der Blick auf andere europäische Länder, sagte Hubig im Vorfeld des Gipfels dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Das Thema Mieterschutz hat politische Brisanz wie lange nicht", sagte Hubig. In Spanien hatte es zuletzt Massenproteste gegeben, die sich an der Zwangsräumung der Wohnung einer 87 Jahre alten Frau in Madrid entzündet hatten.
Die SPD-Politikerin sagte weiter, sie habe "bereits im Frühjahr einen Gesetzentwurf für besseren Mieterschutz vorgelegt, der sich eng am Koalitionsvertrag orientiert". Nun komme es darauf an, "dass wir zu einer gemeinsamen Lösung kommen und das Gesetzgebungsverfahren voranbringen".
Der Vorschlag aus dem Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sieht Änderungen bei Indexmieten, möblierten Wohnungen und Kurzzeitvermietungen vor. "Der Entwurf ist ausgewogen und berücksichtigt die berechtigten Interessen der Vermieterseite", führte Hubig weiter aus. "Regierungen werden daran gemessen, was sie konkret verändern und umsetzen."
Der Eigentümerverband Haus & Grund hatte das Mietrechtspaket etwa als "wohnungspolitisch rückwärtsgewandt" kritisiert. "Es löst kein Angebotsproblem, sondern erhöht die Risiken für diejenigen, die Wohnraum bereitstellen", erklärte Verbandspräsident Kai Warnecke.
Linken-Fraktionschef Sören Pellmann forderte Hubig unterdessen in der "Rheinischen Post" auf, sich für eine Verschärfung des Mietwucherparagraphen stark zu machen. Beim Wohngipfel hatte Hubig demnach gesagt, der Paragraph sei "oft ein zahnloser Tiger" - sie wolle, dass er künftig Biss habe. Pellmann sagte nun , er hoffe, dass sich Hubig "dann auch bei der nächsten Kabinettsitzung für die überfällige Verschärfung des Mietwucherparagraphen einsetzt".
J.Liv--ThChM