The China Mail - Wie Unternehmen stille Leistungsträger besser erkennen und fördern

USD -
AED 3.672497
AFN 64.999531
ALL 81.290987
AMD 361.508883
ANG 1.789785
AOA 918.000291
ARS 1540.655799
AUD 1.422102
AWG 1.8
AZN 1.699613
BAM 1.750964
BBD 2.018487
BDT 124.174112
BGN 1.747831
BHD 0.378161
BIF 2998.804883
BMD 1
BND 1.283118
BOB 11.881091
BRL 5.404899
BSD 1.002171
BTN 95.340582
BWP 13.824839
BYN 2.947962
BYR 19600
BZD 2.015623
CAD 1.40192
CDF 2315.000071
CHF 0.828305
CLF 0.025075
CLP 990.019883
CNY 6.66835
CNH 6.66514
COP 3151.42
CRC 456.22815
CUC 1
CUP 24.052571
CVE 98.716635
CZK 21.83255
DJF 178.464155
DKK 6.702615
DOP 61.334754
DZD 135.247043
EGP 56.121701
ERN 15
ETB 164.149508
EUR 0.89675
FJD 2.252801
FKP 0.749223
GBP 0.750175
GEL 2.592986
GGP 0.749223
GHS 11.650477
GIP 0.749223
GMD 74.000314
GNF 8869.33245
GTQ 7.660801
GYD 210.009401
HKD 7.844585
HNL 26.905998
HRK 6.758202
HTG 131.259372
HUF 329.190084
IDR 18137
ILS 3.05071
IMP 0.749223
INR 95.020099
IQD 1518.276797
IRR 1817007.498002
ISK 122.340266
JEP 0.749223
JMD 159.104745
JOD 0.708965
JPY 157.706984
KES 129.940234
KGS 87.449202
KHR 4085.853047
KMF 440.999948
KPW 899.999961
KRW 1328.144971
KWD 0.311031
KYD 0.835191
KZT 451.928844
LAK 22555.260119
LBP 89745.428501
LKR 332.999096
LRD 170.369342
LSL 16.666667
LTL 2.95274
LVL 0.60489
LYD 6.426285
MAD 9.843821
MDL 18.009114
MGA 4551.579042
MKD 55.126076
MMK 2099.77173
MNT 3599.40728
MOP 8.098551
MRU 40.299196
MUR 47.349364
MVR 15.449865
MWK 1737.818662
MXN 18.617302
MYR 4.088599
MZN 63.910061
NAD 16.666667
NGN 1345.050013
NIO 36.876055
NOK 9.31625
NPR 152.544573
NZD 1.75332
OMR 0.384505
PAB 1.002162
PEN 3.454941
PGK 4.55866
PHP 64.007017
PKR 277.328857
PLN 3.95021
PYG 5777.21077
QAR 3.663433
RON 4.797303
RSD 105.371001
RUB 80.553964
RWF 1481.736795
SAR 3.745151
SBD 8.064647
SCR 13.806655
SDG 601.500451
SEK 9.938845
SGD 1.28101
SHP 0.749344
SLE 22.950252
SLL 20969.504398
SOS 572.694718
SRD 37.69199
STD 20697.981008
STN 21.933849
SVC 8.769103
SYP 13001.999685
SZL 16.661071
THB 33.747968
TJS 9.245066
TMT 3.5
TND 2.993684
TOP 2.40776
TRY 49.787299
TTD 6.811284
TWD 32.432503
TZS 2645.16302
UAH 45.754918
UGX 4489.905546
UYU 40.188543
UZS 11994.001656
VES 859.934972
VND 25834
VUV 118.743227
WST 2.764729
XAF 588.22938
XAG 0.018742
XAU 0.000248937349
XCD 2.70255
XCG 1.806193
XDR 0.707052
XOF 588.22938
XPF 106.770519
YER 236.149725
ZAR 16.663401
ZMK 9001.202876
ZMW 20.178607
ZWL 321.999592
SSP 5745.701932
MXV 2.099881
  • DAX

    -34.1800

    25374.42

    -0.13%

  • SDAX

    124.0200

    18248.52

    +0.68%

  • Euro STOXX 50

    -1.5400

    6301.28

    -0.02%

  • TecDAX

    -6.3300

    3969.15

    -0.16%

  • Goldpreis

    3.7000

    4172.1

    +0.09%

  • MDAX

    -135.7100

    30895.59

    -0.44%

  • EUR/USD

    -0.0007

    1.1366

    -0.06%

Wie Unternehmen stille Leistungsträger besser erkennen und fördern
Wie Unternehmen stille Leistungsträger besser erkennen und fördern

Wie Unternehmen stille Leistungsträger besser erkennen und fördern

Wie Unternehmen stille Leistungsträger besser erkennen und fördern. Sophie Schütze arbeitet seit mehr als sieben Jahren in ihrem Job, und sie ärgert sich, aber sie ärgert sich fast immer leise.

Textgröße:

Berlin. Sophie Schütze arbeitet seit mehr als sieben Jahren in ihrem Job, und sie ärgert sich, aber sie ärgert sich fast immer leise. Doch nun möchte sie reden. Reden über fehlende Anerkennung, wie das ihre Begeisterung für die Arbeit hemmt und dass sie deshalb schon kurz vor der Kündigung stand. Schützes Arbeitsalltag bei einer Behörde ist von ruhiger Geschäftigkeit geprägt. Sie ordnet, priorisiert, erstellt Termine, führt Telefonate, prüft die Vollständigkeit von Akten und organisiert fehlende Unterlagen. „Ich habe den Anspruch an mich selbst, dass die Arbeit qualitativ hochwertig ist und fristgerecht erledigt wird“, sagt Schütze.

„Ich weiß, dass ich gute Arbeit mache“, erklärt sie. Das vor anderen auch zu vertreten, traut sie sich allerdings nicht. Ihre persönliche Leistung, erklärt Schütze, die weder ihren richtigen Namen noch den ihres Arbeitgebers veröffentlicht sehen möchte, werde deshalb kaum gesehen. „Meine Leistung wird zwar genutzt, aber die Anerkennung dafür bekommt jemand über mir.“ Introvertierte Mitarbeiter: Ist lauter werden der richtige Weg?

Mal auf den Tisch hauen und Wertschätzung einfordern? Das tut Schütze lieber nicht. Einerseits, weil dann doch die Selbstzweifel kommen, ob ihre Arbeit wirklich so gut ist, dass sie Lob verdient hat. Andererseits, weil sie als „kleines Rad im Getriebe“ gar keinen Zugang zu den Stellen hat, an denen es sich lohnen würde, auf den Tisch zu hauen. Sie ist hierarchiebedingt unsichtbar. Während andere auf Netzwerkevents oder in Brainstorming-Runden laut mit ihren Ideen vorpreschen, arbeiten deutschlandweit unzählige Introvertierte wie Schütze lieber still für sich allein – und gehen dadurch oft unter. Denn: Wer gesehen werden will, muss sich gut vermarkten. Das predigen nicht nur zahllose Karriereratgeber. Auch in Unternehmen, das zeigen diverse Studien, steigen eher diejenigen auf, die energisch, gesellig oder dominant sind.

Introvertierten wird deswegen oft geraten, lauter zu sein, mehr aus sich herauszugehen oder sogar die Ellenbogen auszufahren. Aber ist das der richtige Weg? Braucht es wirklich noch mehr laute Menschen in der Arbeitswelt? Chefs müssen Introvertierte besser kennenlernen

Die Coachin Katja Schwalbach ist da skeptisch. Nachdem sie selbst jahrelang in ihrem Job oft übersehen wurde, berät sie heute „Quiet Potentials“, also stille Leistungsträger, wie sie sich in der Arbeitswelt besser zurechtfinden – aber auch Führungskräfte, wie sie leise und fähige Mitarbeiter besser fördern können. Sie sieht ein strukturelles Problem: „Unsere Wirtschaft bevorzugt diejenigen, die sich gut präsentieren können.“ Und übersieht dadurch oft diejenigen, die still und fleißig ihre Arbeit machen. Das sollte sich ändern, findet Schwalbach. Die Verantwortung liege hier auch bei den Führungskräften. Diese müssten zunächst verstehen, wie stille Schaffer funktionieren.

„Introvertierte erzeugen Energie, indem sie nach innen gehen, indem sie sich zurückziehen.“ Bei stiller Arbeit ganz für sich könnten sie sich richtig konzentrieren und dabei auch ihre Batterien wieder aufladen. „Sie arbeiten dadurch oft akribisch und detailgetreu.“ Gespräche und Meetings hingegen kosteten Energie. Introvertierte finden deshalb im Alltag Taktiken, die von Kolleginnen und Kollegen schnell als unsozial empfunden werden können: Etwa punktgenau in Besprechungen zu gehen, um den Smalltalk davor zu vermeiden.

Es geht nicht darum, dass sie keine sozialen Kontakte wollen, sondern darum, dass sie andere Formen der Interaktion bevorzugen. Katja Schwalbach, Coachin Das bedeute jedoch nicht, dass sie nicht sozial oder teamfähig seien. „Es geht nicht darum, dass sie keine sozialen Kontakte wollen, sondern darum, dass sie andere Formen der Interaktion bevorzugen.“ Oft seien sie sehr empathisch und bevorzugten deshalb mehr Ruhe und Tiefgang in Gesprächen.

Was können Führungskräfte also tun, damit sich die stillen Schaffer wohlerfühlen? Das beginnt schon bei Kleinigkeiten, erklärt Schwalbach. Etwa das Thema eines Meetings im Vorhinein zu kommunizieren – damit sich Introvertierte in Ruhe darauf vorbereiten können. » Lesen Sie auch: „Zu nett für die Karriere“ – Der hohe Druck auf Frauen, wie Männer zu werden

Bei Entscheidungen oder nach Meetings sei es wichtig, Nachdenkzeit einzuräumen und zum Beispiel zu sagen: Gib mir bitte bis morgen deine Einschätzung. Führungskräfte sollten Feedback und Lob verteilen, ohne dass es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konkret einfordern. Das könnten schon ein paar wenige Sätze sein, denn „Introvertierte brauchen oft keine überschwänglichen Lobeshymnen, aber eine ehrliche Anerkennung ihrer Leistung macht einen großen Unterschied.“ Introvertierte Mitarbeiter: Anerkennung fehlt oft

Kleine Gesten, die im Arbeitsalltag aber oft fehlen, wie etwa das Beispiel von Maria Weber zeigt, die eigentlich auch anders heißt, aber aus Angst vor Nachteilen anonym bleiben will. Sie hat einen Job bei einem großen Dienstleister und macht ebenfalls selten viel Aufhebens um ihre Arbeit. Stattdessen treibt sie im Hintergrund Themen voran oder bringt verschiedene Leute zusammen, um Projekte anzustoßen. Gibt es Aufgaben, die sonst niemand übernehmen will, springt sie ein. „Mir würde dafür ein einfaches Danke manchmal schon reichen“, sagt sie. Das komme aber von ihren Vorgesetzten oft nicht.

» Lesen Sie auch: Wie Menschen über 50 in der Arbeitswelt ausgegrenzt werden „Bei uns sind es schon oft eher die Lauten, die weiterkommen“, sagt sie. Für sie ist das ein Hindernis. Vor allem in großen Gruppen fällt es ihr schwer, sich hervorzutun und ihre Ideen einzubringen. Kollegen, die immer wieder mit ihr zusammenarbeiten, versuchen, sie zu unterstützen und sie anzustoßen, wenn sie sich selbst nicht traut. „Oft wird mir auch gesagt, ich soll lauter werden“, erzählt Weber. Das möchte sie aber nicht. „Das ist einfach nicht meine Art.“

Handelsblatt Rethink Work Publizistin Sara Weber: „Sollten uns darauf einigen, dass Erwerbsarbeit nicht das Wichtigste im Leben ist“

09.09.2024 Abspielen 34:47 Stattdessen findet auch sie, sollten Führungskräfte mehr Feingefühl zeigen und auch die fördern, die sich um Organisatorisches und den Teamzusammenhalt kümmern. Das Problem: „Viele Chefs sind selbst extrovertiert – und unterstützen deswegen auch eher die Lauteren“, sagt Weber.

Wirtschaftspsychologin: „Introvertierte sind oft die besseren Chefs“ Das, was Weber sagt, wird in der Wissenschaft „Homophilie“ oder auch „Ähnlichkeits-Anziehungs-Effekt“ genannt. Darunter versteht man die Tendenz von Menschen, diejenigen zu bevorzugen, die ihnen selbst ähneln. So zeigen Studien, dass etwa Männer eher Männer in Führungspositionen heben – während Frauen, die das Gleiche leisten, es schwerer haben. Das gleiche Prinzip gilt bei Extrovertierten.

Dabei hätten Introvertierte viele Eigenschaften, die gute Führungskräfte ausmachen, erklärt die Wiener Wirtschaftspsychologin Ingrid Gerstbach. „Oft sind sie sogar die besseren Chefs.“ Vor allem dann, wenn es nicht darum gehe, das Unternehmen nach außen zu repräsentieren, sondern um Führung nach innen. Denn Introvertierte, sagt Gerstbach, beobachten zuerst und handeln bedachter. „Sie interessieren sich authentisch für andere, erkennen dadurch Stärken schneller, arbeiten lösungsorientierter und bringen somit Teams besser voran.“

In einer Studie der University of Pennsylvania sind Forscher der Frage nachgegangen, ob Unternehmen mit intro- oder extrovertierten Chefs erfolgreicher sind. Sie konnten zeigen: Unternehmen, die von ihren Mitarbeitern viel Eigenverantwortung erwarten, sind erfolgreicher, wenn sie von introvertierten Managern geführt werden. » Lesen Sie auch: „Im Topmanagement kenne ich niemanden, der im Homeoffice sitzt“

„Es braucht in einem Unternehmen beides“, erklärt Gerstbach. Die Macher, die mit ihren Ideen nach vorn preschen, die charismatisch, mitreißend und motivierend sind. Und die Beobachter, die den Blick nach innen richten. Ein introvertierter und ein extrovertierter Gründer

Adrian Majchrowski, Gründer eines Unternehmens, das Snacks aus Sonnenblumenkernen herstellt, gehört ebenfalls zu den ruhigen Beobachtern. „Zu gründen war schon immer mein Traum“, erklärt er, obwohl er als Mensch, der sich als „eher introvertiert“ bezeichnet, in die laute Start-up-Welt auf den ersten Blick nicht so richtig hineinpasst. Doch sein Unternehmen hat Erfolg, die Snacks werden mittlerweile unter anderem bei Edeka und Rewe angeboten. Sein Erfolgsrezept bestätigt das, was auch Psychologin Ingrid Gerstbach sagt: Majchrowski hat nicht allein gegründet, sondern mit seinem Co-Founder Siddik Turhalli, der sich wohler damit fühlt, mit seinem Gesicht auch in der Öffentlichkeit aufzutauchen.

Mehr aus dem Handelsblatt-Wochenende „Die wollen dich nicht hier haben“ – diese Frau geht trotzdem in die Politik

Tesla, SpaceX und Co. Musk im Kreuzfeuer: Was der Pro-Trump-Kurs für Elon Musks Unternehmen bedeutet

Der Neandertaler zeigt uns den Weg aus der Energiekrise Majchrowski hat im Unternehmen den Überblick über die Strukturen und mag es, Prozesse zu erarbeiten und für das neunköpfige Team aufzusetzen. Er muss nicht im Rampenlicht stehen – sondern fühlt sich wertgeschätzt, wenn das Produkt gelobt wird und somit seine Arbeit. „Für mich ist vor allem der Outcome zentral“, sagt er. Es sei ihm nicht wichtig, viel zu erzählen, sondern dass man schlussendlich den Fortschritt sehe.

Majchrowski erklärt, er arbeite gern in Ruhe vor sich hin, brauche aber auch die soziale Interaktion mit seinem Co-Gründer und seinem Team. Anderen eher introvertierten Menschen, die gründen wollen, aber nicht gern persönlich im Mittelpunkt stehen, empfiehlt er ein ähnliches Modell wie bei seinem Start-up Cravies. „Entweder man beißt sich durch und stellt sich der unangenehmen Situation, oder man sucht sich einen Partner, der diese Rolle übernimmt.“ Verwandte Themen

Edeka Folgen REWE Folgen Diese fünf Mitarbeiter-Typen strengen Sie als Chef richtig an

Sophie Schütze, die stille Schafferin aus der Verwaltung, hat sich vorerst fürs Durchbeißen entschieden. Ihr Partner und ihre Familie haben ihr zwar schon mehrmals geraten zu kündigen. „Ich war schon an dem Punkt, wo ich kurz davor war zu gehen“, sagt sie. Doch dann habe sie einen Rückzieher gemacht. „Hier weiß ich zumindest, was ich mache und was ich kann.“ Mehr: Mehr Homeoffice, weniger Karriere? Drei Erkenntnisse der größten Studie zu Remote Work

Dieser Artikel erschien bereits im März 2025. Der Artikel wurde am 14.10.2026 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.

D.Wang--ThChM