The China Mail - "Sozialstaat nicht mehr finanzierbar": Merz will harte Reformdebatte führen

USD -
AED 3.6725
AFN 63.44452
ALL 81.359706
AMD 376.609085
ANG 1.789731
AOA 917.000141
ARS 1399.308969
AUD 1.413378
AWG 1.8
AZN 1.697918
BAM 1.649288
BBD 2.014597
BDT 122.343139
BGN 1.647646
BHD 0.376969
BIF 2957.216162
BMD 1
BND 1.262391
BOB 6.936826
BRL 5.235497
BSD 1.000215
BTN 90.651814
BWP 13.147587
BYN 2.851806
BYR 19600
BZD 2.01173
CAD 1.36316
CDF 2255.000136
CHF 0.769515
CLF 0.02185
CLP 862.76027
CNY 6.90865
CNH 6.88638
COP 3662.16
CRC 482.356463
CUC 1
CUP 26.5
CVE 92.984328
CZK 20.46025
DJF 178.117714
DKK 6.30193
DOP 62.267834
DZD 129.695993
EGP 46.789597
ERN 15
ETB 155.595546
EUR 0.84355
FJD 2.19355
FKP 0.732816
GBP 0.73345
GEL 2.675013
GGP 0.732816
GHS 10.998065
GIP 0.732816
GMD 73.50178
GNF 8779.393597
GTQ 7.672166
GYD 209.268496
HKD 7.81555
HNL 26.434315
HRK 6.356206
HTG 130.927735
HUF 318.409504
IDR 16822.6
ILS 3.089885
IMP 0.732816
INR 90.738495
IQD 1310.373615
IRR 42125.000158
ISK 122.319798
JEP 0.732816
JMD 156.445404
JOD 0.709044
JPY 153.390499
KES 129.030223
KGS 87.450051
KHR 4019.918286
KMF 415.000341
KPW 900.007411
KRW 1443.620289
KWD 0.30656
KYD 0.833583
KZT 491.472326
LAK 21429.444826
LBP 89572.077295
LKR 309.382761
LRD 186.044551
LSL 15.971902
LTL 2.95274
LVL 0.604891
LYD 6.306895
MAD 9.144787
MDL 16.969334
MGA 4364.820023
MKD 51.990283
MMK 2099.655078
MNT 3565.56941
MOP 8.053919
MRU 39.920057
MUR 45.930291
MVR 15.404961
MWK 1734.459394
MXN 17.16775
MYR 3.897606
MZN 63.910146
NAD 15.971902
NGN 1351.890172
NIO 36.809195
NOK 9.5057
NPR 145.042565
NZD 1.656424
OMR 0.384495
PAB 1.000299
PEN 3.354739
PGK 4.296496
PHP 57.954028
PKR 279.643967
PLN 3.552595
PYG 6537.953948
QAR 3.645586
RON 4.2981
RSD 99.049772
RUB 76.753889
RWF 1460.89919
SAR 3.750163
SBD 8.045182
SCR 13.594509
SDG 601.495377
SEK 8.945995
SGD 1.262235
SHP 0.750259
SLE 24.450129
SLL 20969.49935
SOS 570.647935
SRD 37.753968
STD 20697.981008
STN 20.660373
SVC 8.752409
SYP 11059.574895
SZL 15.964987
THB 31.117039
TJS 9.437321
TMT 3.5
TND 2.884863
TOP 2.40776
TRY 43.7087
TTD 6.782505
TWD 31.372964
TZS 2609.32989
UAH 43.230257
UGX 3540.934945
UYU 38.757173
UZS 12224.194562
VES 392.73007
VND 25970
VUV 119.078186
WST 2.712216
XAF 553.155767
XAG 0.013106
XAU 0.000201
XCD 2.70255
XCG 1.802681
XDR 0.687563
XOF 553.155767
XPF 100.569636
YER 238.349626
ZAR 15.98335
ZMK 9001.197584
ZMW 18.381829
ZWL 321.999592
  • TecDAX

    -1.3300

    3654

    -0.04%

  • MDAX

    65.5200

    31364.56

    +0.21%

  • DAX

    -113.9700

    24800.91

    -0.46%

  • SDAX

    -42.4500

    17797.63

    -0.24%

  • Euro STOXX 50

    -6.3500

    5978.88

    -0.11%

  • EUR/USD

    -0.0018

    1.1853

    -0.15%

  • Goldpreis

    -34.8000

    5011.5

    -0.69%

"Sozialstaat nicht mehr finanzierbar": Merz will harte Reformdebatte führen
"Sozialstaat nicht mehr finanzierbar": Merz will harte Reformdebatte führen / Foto: © AFP/Archiv

"Sozialstaat nicht mehr finanzierbar": Merz will harte Reformdebatte führen

Die schwarz-rote Koalition steht nach dem Ende der politischen Sommerpause vor einer harten Debatte über Sozialreformen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verlangte am Samstag eine mutige Neuaufstellung des Sozialsystems und sagte, er wolle es der SPD bei diesem Vorhaben "nicht leicht machen". SPD-Chef Lars Klingbeil warnte vor einer einseitigen Belastung für Arbeitnehmer. Juso-Chef Philipp Türmer zog eine rote Linie: Bei Sozialkürzungen werde die SPD nicht mitmachen.

Textgröße:

Merz zeigte sich in einer Rede beim Landesparteitag der Niedersachsen-CDU in Osnabrück bereit zu einer harten Auseinandersetzung mit dem Koalitionspartner SPD. "Ich werde mich durch Worte wie Sozialabbau und Kahlschlag und was da alles kommt, nicht irritieren lassen", sagte Merz. "Der Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar."

Die Koalition aus Union und SPD hat sich grundlegende Reformen der Sozialversicherungssysteme vorgenommen - etwa bei Bürgergeld, Rente und Krankenversicherungen. Hintergrund sind steigende Kosten und die Sparzwänge im Bundeshaushalt. Die anvisierten Reformen sollen den Sozialstaat bezahlbar halten. Konkrete Vorschläge werden zum Teil in Fachkommissionen ausgearbeitet, im Herbst sollen erste Weichen gestellt werden.

Merz sagte in Osnabrück, er wisse, dass die anvisierten Sozialstaatsreformen in einer Koalition mit der SPD "nicht so ganz einfach" seien. "Das ist ein Bohren dicker Bretter." Das Vorhaben sei "anstrengend für die Sozialdemokraten, für uns übrigens auch - und ich mache es denen auch bewusst nicht leicht", sagte Merz.

Die von ihm geführte Regierung habe aber die Pflicht zu liefern, sagte der Bundeskanzler. "Ich bin mit dem, was wir bis jetzt geschafft haben, nicht zufrieden", sagte er. "Das muss mehr werden, es muss noch besser werden."

SPD-Chef Klingbeil warb für Reformen - und warnte zugleich vor Ungerechtigkeit. "Wir brauchen Strukturreformen, um die Beiträge dauerhaft stabil zu halten", sagte Klingbeil den Funke-Zeitungen vom Samstag. "Dabei erwarte ich von allen Verantwortlichen mehr Phantasie als einfach nur Leistungskürzungen für die Arbeitnehmer." Bei allen Reformen müsse gelten: "Wir bleiben ein Land, das Menschen hilft, die in Not geraten, die krank werden und Hilfe brauchen."

Juso-Chef Türmer erklärte Sozialkürzungen zur roten Linie für die SPD und betonte, dass die Bürgergeldreform eine Gewissensfrage für die Abgeordneten darstellen könne. "Wenn die Idee hinter einem Herbst der Reformen Sozial- und Leistungskürzungen sind, kann ich nur klipp und klar sagen: Die SPD darf da keinen Zentimeter mitgehen", sagte Türmer der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".

Auch bei der Reform des Bürgergeldes gelte: "Jeder Abgeordnete sollte gut prüfen, welcher Änderung er zustimmen kann", sagte der Juso-Chef. "Die Gewissensfreiheit der Abgeordneten gilt auch bei sozialen Themen".

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann verlangte hingegen einen "Paradigmenwechsel" beim Bürgergeld: Das Land stehe mit dem Rücken zur Wand, "weil der Sozialstaat nicht mehr finanzierbar geworden ist", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag.

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek warnte vor einem "Herbst der sozialen Grausamkeiten". Aktuell sei zu erleben, "wie Arbeitsrechte und Sozialstaat in einer massiven Kampagne von Think Tanks, Arbeitgeberverbänden und so genannten Expertinnen und Experten angegriffen werden", sagte Reichinnek der Nachrichtenagentur AFP. Die Union bilde "die Speerspitze der Angriffe". Reichinnek forderte eine Reaktivierung der Vermögenssteuer.

FDP-Chef Christian Dürr warf der Koalition vor, die Reformen auf die lange Bank zu schieben. "Man kann natürlich weiter Kommissionen gründen und über Gerechtigkeit philosophieren - oder man fängt endlich an, mutige Reformen anzustoßen", sagte Dürr zu AFP. Er schlug mehr private Vorsorge bei der Alterssicherung vor - etwa durch ein "kapitalgedecktes System wie die Aktienrente".

K.Lam--ThChM