SDAX
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Im Konflikt mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump einen Machtwechsel in Teheran als bestmögliche Lösung bezeichnet. "Es scheint, dass es das Beste wäre, was passieren könnte", sagte Trump am Freitag auf dem US-Militärstützpunkt Fort Bragg im US-Bundesstaat North Carolina auf eine Journalistenfrage, ob er einen "Regimewechsel" im Iran wolle.
"Seit 47 Jahren reden und reden und reden sie", sagte Trump mit Blick auf die Jahrzehnte seit der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 weiter. "Derweil haben wir viele Menschenleben verloren, während sie reden."
Der US-Präsident wollte nicht sagen, wer auf den Obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, folgen könnte. Er sagte lediglich: "Es gibt Leute."
Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, der Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi, rief derweil bei der Münchner Sicherheitskonferenz die internationale Staatengemeinschaft zu einem Eingreifen im Iran auf. "Ich denke, viele Iraner im Inland und im Ausland hoffen, dass eine Intervention, die das Repressionsinstrument des Regimes neutralisiert, uns endlich eine Chance auf eine endgültige Lösung gibt", sagt Pahlavi. "Wir bitten um eine humanitäre Intervention, um zu verhindern, dass mehr unschuldige Menschen getötet werden."
Im Iran hatte es um den Jahreswechsel wochenlange Massenproteste gegeben. Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste wurden tausende Menschen getötet. In München wollen am Samstag zehntausende Menschen gegen die Regierung im Iran protestieren.
Pahlavi forderte bei der Münchner Sicherheitskonferenz neben weiteren Wirtschaftssanktionen und diplomatischem Druck eine Intervention, um die "Tötungsmaschine" des iranischen "Regimes" auszuschalten. Er appellierte dabei insbesondere an Trump: "Präsident Trump ist sich der Tatsache bewusst, dass das iranische Volk bei seiner Bitte um Unterstützung sehr eindeutig ist. Es hat seinem (Trumps) Versprechen geglaubt, dass Hilfe naht."
Trump hatte Ende Januar den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" in die Golfregion geschickt, um angesichts der gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste den Druck auf Teheran zu erhöhen. Am Freitag bestätigte der US-Präsident dann die geplante Entsendung eines zweiten Flugzeugträgers in den Nahen Osten.
Der Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" werde sehr bald in die Region verlegt, sagte der US-Präsident. Falls es in den Atomverhandlungen mit dem Iran keine Einigung gebe, "werden wir ihn brauchen".
Washington und Teheran hatten in der vergangenen Woche indirekte Gespräche über das iranische Atomprogramm begonnen. Am Donnerstag warnte Trump vor "sehr traumatischen" Konsequenzen, sollte der Iran kein neues Atomabkommen akzeptieren.
D.Peng--ThChM