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Angesichts des sich zuspitzenden Konflikts haben die G7-Staaten von der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen ein Ende der Angriffe auf Saudi-Arabien und die internationale Schifffahrt gefordert. Alle Militäraktionen müssten eingestellt werden, erklärten Deutschland und seine Partner am Dienstag. Indes warfen die Huthis Riad neue Angriffe im Jemen vor, darunter eine tödliche Attacke auf ein Gefängnis im Nordwesten des Landes.
Die Miliz müsse alle Drohungen und Angriffe gegen die zivile Schifffahrt beenden und "zu einem politischen Prozess" zurückkehren, forderten die G7-Staaten. Gleichzeitig riefen sie den Iran auf, die "Bewaffnung und Unterstützung" der Huthis zu beenden. Neben Deutschland gehören Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, die USA und Japan zur G7-Gruppe.
Der Krieg im Jemen hatte 2014 mit der Einnahme der Hauptstadt Sanaa durch die Huthi-Miliz begonnen. Seitdem kontrollieren die Kämpfer weite Teile des Landes. Nach einer weitgehenden Waffenruhe seit 2022 eskalierte der Konflikt im Juli wieder, als die Miliz eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer ausrief und Angriffe startete. Riad führt seit 2015 ein Militärbündnis an, das die jemenitischen Regierungstruppen gegen die Miliz unterstützt.
Nach einer Blitzoffensive kontrolliert die Miliz mittlerweile die gesamte Küste am Roten Meer - inklusive das Gebiet um die für den Welthandel wichtige Meerenge Bab al-Mandab. Da der Iran seinerseits die Straße von Hormus am Persischen Golf blockiert, befinden sich nun zwei für den Ölhandel wichtige Wasserstraßen im direkten Einflussbereich Teherans und seiner Verbündeten. Saudi-Arabien ist der weltweit größte Rohölexporteur.
Die gegenseitigen Angriffe zwischen den Huthis und Saudi-Arabien hatten sich zuletzt verschärft: Am Samstag attackierte die Miliz erstmals seit Jahren wieder die saudiarabische Hauptstadt Riad. Zudem nahm sie Anlagen des Ölgiganten Aramco am Roten Meer ins Visier.
Am Dienstag meldete die den Huthis nahestehende Nachrichtenagentur Saba mindestens sechs Tote bei einem saudiarabischen Luftangriff auf die strategisch wichtige Küstenstadt Mocha. Zudem seien im Nordwesten des Landes mehrere Menschen getötet worden, darunter zwei Zivilisten und neun Insassen eines Gefängnisses, hieß es von den Huthis.
Die erneuten Kämpfe im Jemen haben UN-Angaben zufolge bislang mehr als 130.000 Menschen innerhalb des Landes vertrieben. Weitere 3000 traten die gefährliche Flucht über das Rote Meer ins ostafrikanische Dschibuti an. Die Flüchtlingszahlen könnten in den kommenden Monaten sprunghaft ansteigen, warnte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Dienstag. Gemeinsam mit seinen Partnern bereite sich das Hilfswerk auf mehr als 10.000 Ankommende in Dschibuti vor. Parallel könnte sich die Zahl der innerhalb des Jemen vertriebenen Menschen fast verdoppeln.
Schon jetzt sind durch den jahrelangen Bürgerkrieg schätzungsweise 22 Millionen Menschen im Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen, viele von ihnen wurden bereits mehrfach vertrieben. Die wieder aufflammende Gewalt könnte die Krise weiter verschärfen.
W.Tam--ThChM