The China Mail - Lula gewinnt Präsidentenwahl in Brasilien - Bolsonaro will Ergebnis anfechten

USD -
AED 3.672506
AFN 64.497375
ALL 81.046102
AMD 360.780113
ANG 1.789785
AOA 917.000069
ARS 1529.25008
AUD 1.422465
AWG 1.8025
AZN 1.697143
BAM 1.745704
BBD 2.012675
BDT 123.586379
BGN 1.747831
BHD 0.377114
BIF 2995.403222
BMD 1
BND 1.277279
BOB 11.766859
BRL 4.9652
BSD 0.999331
BTN 94.818583
BWP 13.766234
BYN 2.934172
BYR 19600
BZD 2.009729
CAD 1.401575
CDF 2315.999802
CHF 0.824625
CLF 0.025212
CLP 986.459589
CNY 6.67805
CNH 6.668802
COP 3171.419646
CRC 456.018209
CUC 1
CUP 23.982684
CVE 98.420137
CZK 21.69075
DJF 177.944392
DKK 6.665615
DOP 61.293346
DZD 134.335699
EGP 55.026908
ERN 15
ETB 162.538225
EUR 0.89177
FJD 2.237197
FKP 0.747807
GBP 0.747785
GEL 2.590144
GGP 0.747807
GHS 11.586558
GIP 0.747807
GMD 73.999846
GNF 8843.664926
GTQ 7.638684
GYD 209.291739
HKD 7.842915
HNL 26.828223
HRK 6.717504
HTG 130.968001
HUF 326.872989
IDR 18093.85
ILS 3.10555
IMP 0.747807
INR 94.945494
IQD 1514.883742
IRR 1832375.000051
ISK 121.779829
JEP 0.747807
JMD 158.593297
JOD 0.708958
JPY 157.052499
KES 129.754095
KGS 87.448598
KHR 4082.652742
KMF 439.501381
KPW 899.999961
KRW 1323.76029
KWD 0.31069
KYD 0.832775
KZT 453.715357
LAK 22486.722899
LBP 89486.053465
LKR 331.81595
LRD 170.375329
LSL 16.556076
LTL 2.95274
LVL 0.60489
LYD 6.399786
MAD 9.815504
MDL 18.037221
MGA 4519.123488
MKD 54.987281
MMK 2100.106238
MNT 3599.160205
MOP 8.073191
MRU 39.936627
MUR 47.160449
MVR 15.460055
MWK 1732.762083
MXN 18.69765
MYR 4.085296
MZN 63.897294
NAD 16.556076
NGN 1332.060223
NIO 36.774222
NOK 9.32225
NPR 151.709734
NZD 1.75492
OMR 0.384498
PAB 0.999241
PEN 3.431874
PGK 4.475387
PHP 63.617963
PKR 276.527424
PLN 3.92556
PYG 5779.443924
QAR 3.642612
RON 4.779805
RSD 104.87794
RUB 80.255839
RWF 1476.413621
SAR 3.753249
SBD 8.07458
SCR 14.037027
SDG 601.503045
SEK 9.931225
SGD 1.278335
SHP 0.7473
SLE 22.949817
SLL 20969.504398
SOS 571.07154
SRD 37.627986
STD 20697.981008
STN 21.868166
SVC 8.743696
SYP 13001.999685
SZL 16.555541
THB 33.769752
TJS 9.208462
TMT 3.51
TND 2.983978
TOP 2.40776
TRY 49.762245
TTD 6.789842
TWD 32.585799
TZS 2645.601821
UAH 45.239791
UGX 4402.195742
UYU 40.076762
UZS 11958.762887
VES 879.788898
VND 25842.5
VUV 118.622996
WST 2.767791
XAF 584.962704
XAG 0.018551
XAU 0.000250763889
XCD 2.70255
XCG 1.800955
XDR 0.707052
XOF 584.962704
XPF 106.448878
YER 236.095571
ZAR 16.624245
ZMK 9001.209608
ZMW 20.091043
ZWL 321.999592
SSP 5745.299755
MXV 2.110273
  • DAX

    -34.1800

    25374.42

    -0.13%

  • SDAX

    124.0200

    18248.52

    +0.68%

  • Euro STOXX 50

    -1.5400

    6301.28

    -0.02%

  • TecDAX

    -6.3300

    3969.15

    -0.16%

  • Goldpreis

    3.7000

    4172.1

    +0.09%

  • MDAX

    -135.7100

    30895.59

    -0.44%

  • EUR/USD

    -0.0007

    1.1366

    -0.06%

Lula gewinnt Präsidentenwahl in Brasilien - Bolsonaro will Ergebnis anfechten
Lula gewinnt Präsidentenwahl in Brasilien - Bolsonaro will Ergebnis anfechten / Foto: © AFP

Lula gewinnt Präsidentenwahl in Brasilien - Bolsonaro will Ergebnis anfechten

Wahlkrimi in Brasilien: Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien hat sich der Linkspolitiker Luiz Inácio Lula da Silva knapp gegen seinen Herausforderer Flávio Bolsonaro durchgesetzt. Die Brasilianer hätten dafür gestimmt, "die Demokratie zu sichern", sagte Lula am Sonntag nach Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses. Während Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum Lula zu seinem Sieg gratulierte, kündigte Bolsonaro an, das Ergebnis juristisch anzufechten.

Textgröße:

Dem Wahlgericht des Landes zufolge entfielen auf Lula bei dem Urnengang am Sonntag 51,8 Prozent der Stimmen. Bolsonaro kam demnach auf 48,2 Prozent.

Die erste Wahlrunde Anfang Oktober hatte Bolsonaro überraschend mit 47 Prozent der Stimmen gewonnen. Lula kam auf 45 Prozent. Seitdem wurde der Wahlkampf noch hitziger.

Die letzten Befragungen vor der Wahl hatten noch Bolsonaro vorn gesehen: Für die Stichwahl sagten Umfragen 51 Prozent der Stimmen für Bolsonaro und 49 Prozent für Lula voraus - ein Abstand innerhalb der Fehlermarge und keinesfalls eine klare Tendenz.

Mit seinem Wahlsieg gelang Lula nun eine spektakuläre Aufholjagd. Allen jüngeren Umfragen zum Trotz sicherte sich der Linkspolitiker, der kommende Woche 81 Jahre alt wird, eine vierte Amtszeit.

Lula bezeichnete seinen Wahlsieg auch als Abstimmung über die Demokratie. Die Brasilianer hätten dafür gestimmt, "die Demokratie zu sichern", sagte Lula am Sonntag. Der wiedergewählte Staatschef versprach zudem eine bessere Regulierung der großen Tech-Plattformen wie Meta.

Bolsonaro dagegen weigerte sich, Lulas Sieg anzuerkennen. "Es ist unmöglich, das Ergebnis anzuerkennen", sagte Bolsonaro am Sonntag in Brasília. "Ich werde die Annullierung dieser Wahlen beantragen", fügte Bolsonaro hinzu. Zur Begründung verwies der konservative Politiker auf die Verlängerung der Öffnungszeiten der Wahllokale.

Bei der Stichwahl am Sonntag hatte sich bereits ein enges Rennen abgezeichnet. Die Spannung erhöhte sich dann, nachdem die Stimmabgabe um zwei Stunden verlängert worden war. Entsprechend begann auch die Stimmauszählung später.

Die gerichtliche Verlängerung der Abstimmung war aufgrund von Problemen im öffentlichen Nahverkehr notwendig geworden - was Wähler mutmaßlich an der Stimmabgabe hinderte. Der Richter am Obersten Gerichtshof Cristiano Zanin hob die "Schwere der Vorfälle" hervor.

Lula hatte seine Forderung nach einer Verlängerung der Stimmabgabe damit begründet, dass am Wahltag in mehreren Städten Busse aus dem Verkehr gezogen worden seien. Auch Bolsonaro hatte sich für eine Verlängerung der Stimmabgabe ausgesprochen. Er verwies auf starke Regenfälle im Süden und Südosten Brasiliens, wo er besonders großen Rückhalt genießt.

Der erbitterte Wahlkampf hat die tiefe Spaltung in dem 200-Millionen-Einwohner-Land offenbart. "Es ist eine Schande", sagte der Zahnarzt Aurélio Junior aus Brasília über die Verlängerung der Stimmabgabe. "So etwas gab es in Brasilien noch nie, und jetzt kommen sie auf die Idee, die Wahlzeit um zwei Stunden zu verlängern."

Die Lula-Anhängerin Jacqueline María Lima de Franca aus Rio de Janeiro sagte dagegen, dies sei "mehr als fair". "Jeder sollte das Recht haben zu wählen, und das wurde vernachlässigt", sagte die Unternehmerin.

Der Bolsonaro-nahe Abgeordnete Nikolas Ferreira schrieb im Onlinedienst X: "Entweder gewinnen wir. Oder wir gewinnen. Seid gewarnt."

Die Wahl in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft galt als Richtungsentscheidung. Lateinamerika ist in den vergangenen Jahren durch Wahlen in Argentinien, Chile, Bolivien, Kolumbien und Peru deutlich nach rechts gerückt. Ein Erfolg Flávio Bolsonaros hätte den Rechtsruck auf dem Kontinent weiter vorangetrieben. Durch den Sieg Lulas dürfte Brasilien nun neben Mexiko als große linke Bastion in der Region erhalten bleiben.

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum war unter den ersten Staatschefs, die Lula zu seinem Sieg gratulierten. "Es lebe die Demokratie, das brasilianische Volk hat gewonnen", schrieb Sheinbaum am Sonntag bei X. "Herzlichen Glückwunsch, Präsident Lula", fügte sie hinzu.

Lula hatte nach seiner Stimmabgabe in São Bernardo do Campo in der Nähe der Metropole São Paulo gesagt, die Wähler könnten sich "für ein Land entscheiden, in dem die Flagge geachtet wird". Bolsonaro wolle hingegen "mit der amerikanischen Flagge regieren".

Lula steht für umfangreiche Sozialprogramme, Klimaschutz durch besseren Schutz des Amazonas-Regenwalds und Multilateralismus. Während seiner dritten Amtszeit sank die Arbeitslosigkeit im Land deutlich, außerdem bekam er die Inflation in den Griff.

Lula profilierte sich außerdem damit, dass er den mit Strafzöllen untermauerten Drohungen von US-Präsident Donald Trump trotzte. Den Bolsonaros wirft Lula wegen ihrer Nähe zu Trump vor, sich "unterwürfig" gegenüber den USA zu verhalten.

Der 45 Jahre alte Flávio Bolsonaro ist der älteste Sohn des wegen eines Putschversuchs gegen Lula verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. "Brasilien hält nicht noch einmal vier solcher Jahre aus", hatte Bolsonaro nach seiner Stimmabgabe vor einem Wahllokal in Rio de Janeiro gesagt. Bolsonaro sieht sich als politischer Erbe seines rechtsextremen Vaters, gibt sich aber gemäßigter.

Jair Bolsonaro war wegen eines geplanten Putsches nach seiner Wahlniederlage 2022 zu 27 Jahren Haft verurteilt worden. Am 8. Januar 2023 hatten Bolsonaro-Anhänger den Präsidentenpalast, das Parlament und den Obersten Gerichtshof gestürmt. Sie behaupteten ohne Belege, Bolsonaro sei bei der Wahl 2022 der Wahlsieg gestohlen worden. Der Fall erinnert an den Sturm von Anhängern von US-Präsident Donald Trump auf den US-Kongress am 6. Januar 2021.

M.Zhou--ThChM