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Borussia Mönchengladbach hat einen historischen Bundesliga-Fehlstart abgewendet. Die arg gebeutelte Mannschaft von Trainer Alexander Blessin siegte überraschend, aber verdient beim VfB Stuttgart mit 3:2 (1:1) und holte nach sechs Niederlagen seit Saisonstart die ersten Punkte.
Torjäger Ermedin Demirovic brachte den VfB nach einem groben Patzer von Gladbachs Torwart Moritz Nicolas früh in Führung (5.). Joe Scally glich mit der Hacke sehenswert aus (38.). Shuto Machino (51.) und der starke Wael Mohya (66.) sorgten nach der Pause für großen Jubel bei der Borussia. Demirovics zweiter Treffer (83.) war zu wenig für Stuttgart.
Für Gladbach und Blessin, Nachfolger von Eugen Polanski, war es ein Befreiungsschlag und ein erster Hoffnungsschimmer in einer bisher völlig verkorksten Saison. Die in der Champions League überzeugenden Stuttgarter mussten dagegen den nächsten herben Rückschlag hinnehmen. Mit nunmehr fünf Ligapleiten hinken die ambitionierten Schwaben den Ansprüchen meilenweit hinterher. Gladbach ist nun am kommenden Samstag (31.10.) gegen Neuling SC Paderborn gefordert. Der VfB steht in Leverkusen unter Druck.
Sieben Niederlagen zu Saisonbeginn hatte es in 63 Jahren Bundesliga noch nie gegeben. Auch Fortuna Düsseldorf (1991/92), Mainz 05 (2020/21) und der VfL Bochum (2022/23) hatten jeweils im siebten Spiel gepunktet.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß nahm nach dem 1:1 gegen Atlético Madrid sechs Wechsel vor. Blessin hatte angesichts von zehn Verletzten - kurzfristig fehlten auch Isac Lidberg und Abwehrchef Kevin Diks - kaum noch Alternativen. Doch egal: "Wir müssen durch das Tal der Qualen", forderte Blessin. "Das ist schon prekär, aber wir wollen keine Ausreden suchen", ergänzte Sportchef Rouven Schröder.
Doch kaum hatte Schröder auf der Tribüne Platz genommen, lag sein Team schon wieder in Rückstand. Demirovic fasste sich aus der Entfernung ein Herz, Nicolas faustete den Ball ins eigene Netz. Es war bereits der 21. Gegentreffer der Saison für die Borussia.
Der überlegene VfB versäumte es in der Folge nachzulegen. Dies sollte sich rächen. Gladbach wurde mutiger, Scally nutzte gleich die zweite Chance der Borussia. Der VfB wackelte nun gehörig und hatte bei einem Schuss von Mohya an die Latte viel Glück.
Der 17-Jährige bereitete dann aber die Führung durch Machino stark vor, als er sich resolut durchsetzte. Hoeneß reagierte und brachte Bilal El Khannouss, Deniz Undav und Jamie Leweling. Doch Gladbach blieb standhaft und erhöhte durch Toptalent Mohya nach Vorarbeit von Scally sogar. Nach dem zweiten Tor von Demirovic wurde es nochmal spannend.
B.Carter--ThChM