The China Mail - Exportplus: Deutsche Wirtschaft im ersten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen

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Exportplus: Deutsche Wirtschaft im ersten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen

Exportplus: Deutsche Wirtschaft im ersten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen

Vor allem dank deutlich gestiegener Exporte ist Deutschlands Wirtschaft zu Beginn des Jahres gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte und damit seine erste Schätzung bestätigte. Das laufende Quartal dürfte wegen der Folgen des Iran-Kriegs aber deutlich schlechter ausfallen.

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Der Anstieg des BIP im ersten Quartal ist der zweite Anstieg in Folge - im vierten Quartal 2025 hatte die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent zugelegt. Anfang dieses Jahres nun nahm vor allem der Handel mit dem Ausland "kräftig" zu, wie das Statistikamt ausführte: Die Unternehmen hierzulande exportierten 3,3 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen, nachdem die Ausfuhren im Vorquartal noch zurückgegangen waren. Vor allem die Exporte von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen sowie von Metallen demnach legten zu.

Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) teilte mit, im März seien die Exporte der Branche auf den höchsten jemals erzielten Monatswert gestiegen: 24,2 Milliarden Euro. Im Quartal legten die Ausfuhren demnach um acht Prozent auf 68,5 Milliarden Euro zu. Vor allem der Export in den EU-Binnenmarkt wuchs. Der Maschinenbauverband dagegen berichtete, die Exporte der Branche seien im ersten Quartal wegen "Kriegen, unterbrochenen Lieferketten und Zöllen" um zwei Prozent zurückgegangen.

Laut Statistik stiegen in den Monaten Januar bis März auch die Konsumausgaben um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Der Staat erhöhte seine Konsumausgaben deutlich um 1,1 Prozent - die privaten Haushalte dagegen blieben mit ihren Ausgaben auf dem Niveau des Vorquartals.

Im März, dem ersten Monat des Iran-Kriegs, seien die Benzinpreise kräftig nach oben geschossen, erklärte das der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. "Das hat die Verbraucherinnen und Verbraucher massiv verunsichert."

Die Anlageinvestitionen gingen laut Statistikamt deutlich um 1,5 Prozent zurück - im vierten Quartal 2025 waren sie noch gestiegen. Besonders stark war der Rückgang der Investitionen in Bauten mit minus 2,5 Prozent: Dies sei vor allem der ungewöhnlich kalten Witterung im Januar und Februar geschuldet.

Im laufenden zweiten Quartal nun könnte das Bruttoinlandsprodukt "durch den Iran-Schock wieder leicht schrumpfen", erwartet Dullien. "Sollte es im Iran-Krieg nun zu einer zügigen Lösung kommen, bei der die Straße von Hormus wieder geöffnet ist und die Ölpreise fallen, dann dürfte die deutsche Erholung nur verzögert, nicht aber abgesagt sein." Hielten die hohen Ölpreise allerdings bis zum Jahresende an oder komme es gar zu einer neuen Eskalation, dann könnte auch für 2027 ein weiteres Jahr ohne spürbares Wachstum auf Deutschland zukommen.

Angesichts der anhaltenden Krise am Persischen Golf war laut Analyst Christoph Swonke von der DZ Bank das Ergebnis der monatlichen Ifo-Unternehmensumfrage im Mai eine positive Überraschung. Das Ifo-Geschäftsklima stieg erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs, und zwar von 84,5 Punkten auf 84,9 Punkte. "Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich vorerst", erklärte Ifo-Chef Clemens Fuest. "Die Lage bleibt aber fragil."

W.Cheng--ThChM