The China Mail - Zinsen für US-Staatsanleihen steigen - und setzen die Trump-Regierung unter Druck

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Zinsen für US-Staatsanleihen steigen - und setzen die Trump-Regierung unter Druck
Zinsen für US-Staatsanleihen steigen - und setzen die Trump-Regierung unter Druck / Foto: © AFP

Zinsen für US-Staatsanleihen steigen - und setzen die Trump-Regierung unter Druck

Mit dem Rückkauf von Staatsanleihen zielt die US-Regierung von Präsident Donald Trump auf eine Beruhigung der Märkte ab - doch stattdessen sind die Zinssätze für die Schuldverschreibungen weiter in die Höhe geschossen. Am Mittwoch erreichte die Rendite von US-Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit zeitweilig 4,85 Prozent - den höchsten Stand seit 2023. Die Risiken für die Staatsfinanzen der weltweit größten Volkswirtschaft nehmen damit zu.

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Staatsanleihen werden von Staaten ausgegeben, um sich an den Kapitalmärkten Geld zu beschaffen und spielen für den Haushalt vieler Volkswirtschaften eine zentrale Rolle, denn kaum ein Land finanziert seinen Haushalt allein über die laufenden Steuereinnahmen. Zugleich können sich Änderungen an den Zinsen, die der Staat seinen Gläubigern für die Schuldverschreibungen zahlt, empfindlich auswirken: Denn eine höhere Zinslast belastet den Haushalt dann zusätzlich, was eine Spirale neuer Verschuldung nach sich ziehen kann - zu schlechteren Konditionen für den Staat.

In den USA hatte die Staatsverschuldung zuletzt erstmals die Schwelle von 40 Billionen Dollar (aktuell knapp 34,4 Billionen Euro) überschritten, wie das Finanzministerium im August mitgeteilt hatte. Die Renditen für langfristige Staatsanleihen mit dreißigjähriger Laufzeit waren deshalb bereits im vergangenen Monat mit 5,33 Prozent auf das höchste Niveau seit fast zwei Jahrzehnten gestiegen; am Mittwoch lagen sie mit 5,29 Prozent auf ähnlich hohem Niveau.

Um die Märkte zu beruhigen hatte Trumps Finanzminister Scott Bessent im August eine Strategie vorgestellt, den Rückkauf von Staatsanleihen auszuweiten. Am Mittwoch war nun mit Spannung erwartet worden, wie umfangreich dieser Rückkauf ausfällt - und die Märkte reagierten enttäuscht. Zwar kündigte das Finanzministerium an, langfristige Anleihen im Wert von bis zu sechs Milliarden Dollar zurückzukaufen zu wollen, was einer Verdreifachung des üblicherweise bei derartigen Maßnahmen eingesetzten Betrags entspricht.

Dies sei jedoch "kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein", kommentierte Analyst Stephen Innes von SPI Asset Management. Die Märkte hätten vielmehr damit gerechnet, dass das Rückkaufvolumen eher zehn Milliarden Dollar oder sogar noch mehr betragen würde, statt der üblichen zwei Milliarden Dollar. Die sechs Milliarden Dollar seien "nahe am unteren Ende der Markterwartungen" gewesen.

Analyst Patrick O'Hare von Briefing.com verwies darauf, dass nicht nur die Enttäuschung über den Umfang des Rückkaufprogramms den Renditeanstieg für US-Staatsanleihen erklärt haben könnte, sondern der Markt die Maßnahme auch "mehr oder weniger als Hütchenspiel betrachtet" habe. Weitere Experten kritisierten den Rückkaufplan als bloße Notlösung, um die problematische US-Haushaltslage in den Griff zu bekommen - und hoben zudem hervor, dass der Markt für US-Staatsanleihen zu umfangreich sei, um durch das Rückkaufprogramm maßgeblich beeinflusst werden zu können.

Tatsächlich sind am Anleihemarkt gewaltige Summen investiert: Nach Angaben der OECD vom März dieses Jahres nehmen Regierungen und Unternehmen 2026 voraussichtlich 29 Billionen Dollar an den Anleihemärkten auf - vier Billionen Dollar oder 17 Prozent mehr als 2024 und doppelt so viel wie vor zehn Jahren.

Grundsätzlich spiegelt der Anstieg der Zinssätze für US-Staatsanleihen die Einschätzung von Investoren wider, dass der Besitz der Staatsanleihen mit einem größeren Risiko als zuvor verbunden ist, für das sie folglich eine höhere Rendite verlangen. Neben der massiven Staatsverschuldung spielt hinsichtlich eines ungewisseren Ausblicks auf die weitere Entwicklung auch die hartnäckige Inflation ein Rolle, ausgelöst zuvorderst durch die Energiepreissteigerungen wegen des Iran-Krieges.

Gleichzeitig steht die Entwicklung kurz vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress in Widerspruch zu Trumps Versprechen, Preise und Kreditkosten zu senken, wobei auch die politischen Kehrtwenden des Präsidenten - vor allem in Zusammenhang mit Zollandrohungen und Handelskonflikten - dafür sorgen, dass Investoren höhere Prämien verlangen, wenn sie dem Staat Geld leihen. Zudem bekommt die US-Regierung am Anleihemarkt laut Analysten zunehmend Konkurrenz von Unternehmen, die gewaltige Investitionen insbesondere in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (Ki) stemmen wollen. "Das erhöht den Aufwärtsdruck auf die Renditen", erklärte Matthew Ryan von Ebury.

B.Chan--ThChM